Drei Fotos der Sportler*innen Jens Albrecht, Juliane Mogge, Marcus Klemp in Action (nebeneinander). Albrecht sitzt im Rollstuhl und spielt mit dem Basketball, Mogge stößt gerade eine Kugel im Stadion und Klemp zieht mit den Skull in seinem Ruderboot durch.

Bei den paralympischen Spielen in Tokio gehen 15 Sportlerinnen und Sportler aus Hessen an den Start. Einige von ihnen haben gute Medaillen-Chancen, besonders geballt ist die hessische Kompetenz unter dem Basketball-Korb.

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RSV Lahn-Dill
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Die Olympischen Spiele von Tokio sind schon wieder Geschichte, die Paralympics an gleicher Stelle stehen noch bevor. Mit rund einem Jahr Verspätung starten am Dienstag die 16. internationalen Wettkämpfe für Sportlerinnen und Sportler mit Körperbehinderungen in der japanischen Hauptstadt. Mit dabei sind auch 134 Sportler aus Deutschland, 16 von ihnen kommen aus Hessen. Ein Überblick über die hessischen Starter und Starterinnen und ihre Medaillenchancen.

Rudern

Auf den Handschlag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der offiziellen Verabschiedung des deutschen Paralympics-Team am Frankfurter Flughafen am Donnerstag musste Marcus Klemp verzichten. Der Ruderer aus Offenbach weilt bereits in Tokio und bereitet sich auf den Start im Ruder-Einer vor. "Noch schlafe ich gut, ich bin aber schon ein bisschen kribbelig", sagte er im Gespräch mit dem hr-sport.

Klemp, bei dem schon in frühem Alter eine Cerebralparese, also Bewegungsstörungen und Muskelsteife in den Beinen, diagnostiziert wurde, sollte laut seiner Ärzte eigentlich schon mit 30 Jahren im Rollstuhl sitzen. Stattdessen sitzt er nun mit 39 Jahren in seinem Einer und rudert um einen Platz im Paralympics-Finale. "Ich will unter die besten Sechs", so sein offizielles Ziel. Eine Medaille soll es erst bei den kommenden Spielen in Paris werden. Unmöglich ist Edelmetall aber auch in Tokio nicht.

Leichtathletik

Wie es sich anfühlt, bei den Paralympischen Spielen ganz vorne dabei zu sein, hat Juliane Mogge aus Kassel bei ihrem vierten Platz in Rio de Janeiro bereits erlebt. Ob die Kugelstoßerin, die ebenfalls an Cerebralparese leidet, auch in Tokio so weit vorne landet, ist aufgrund einiger Verletzungen in der Vorbereitung jedoch unklar. "Es ist trotzdem so schön, dass sie das erleben darf", fasste Schwester Christina das olympische Motto "Dabei sein ist alles" perfekt zusammen.

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Steinmeier Paralympics
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Mit ähnlichen Voraussetzungen geht auch der sehbehinderte Läufer Marcel Böttger aus Kassel an den Start. Der 28-Jährige, der in diesem Jahr Vierter bei der Europameisterschaft wurde, hat nur Außenseiter-Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen.

Gute Chancen auf eine Medaille darf sich hingegen Felix Streng ausrechnen. Der Leichtathlet vom Sprintteam Wetzlar ist beim Sprint und beim Weitsprung dabei. Bei den Paralympics in Rio de Janeiro schnappte sich Streng in beiden Disziplinen Bronze. Wiederholung erwünscht.

Rollstuhl-Basketball

Die mit Abstand meisten Hessinnen und Hessen treten bei den Paralympischen Spielen im Rollstuhl-Basketball an. Bei den Frauen sind das Annabell Breuer und Catharina Weiß vom RSV Lahn-Dill aus Wetzlar, Barbara Groß und Svenja Mayer vom RRR Wiesbaden und Mareike Miller aus Friedberg. Das Korbjägerinnen-Quintett gehört zur Weltspitze und hat eine Medaille ebenso im Blick wie ihre männlichen Kollegen.

"Die Konkurrenz ist sehr, sehr stark. Aber wir können schon auf eine Medaille schielen", unterstrich Jens-Eike Albrecht aus Rotenburg an der Fulda die Ambitionen des deutschen Teams. Der 30-Jährige ist neben Thomas Bröhme und Christopher Huber vom RSV Lahn-Dill, Nico Dreimüller von den Skywheelers Frankfurt, Matthias Güntner vom RRR Wiesbaden und dem Marburger Phillip Schorp einer von gleich sechs Hessen im Paralympics-Kader. "Die Teilnahme ist bereits ein Traum. Eine Medaille wäre die Krönung", so Albrecht.

Goalball

Noch ambitionierter als die Rollstuhl-Basketballer geht das Nationalteam der Goalballer an den Start. Nach dem zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft 2018 und dem Gewinn der Europameisterschaft greift die deutsche Auswahl um Bundestrainer Johannes Günther aus Ebsdorfergrund (Marburg-Biedenkopf) jetzt nach Gold. "Es wäre nicht authentisch, wenn wir sagen würden, dass wir das Viertelfinale erreichen wollen", so Günther. Das klare Ziel sei demnach der erste Platz. Da wird sicher auch der zweite Hesse im Team, Michael Dennis von der SSG Blista Marburg nicht widersprechen.

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