Pascal Brendel
Pascal Brendel hochkonzentriert bei einem Wettkampf. Bild © hessenschau.de

Vergleiche mit dem einstigen "Turnfloh" scheut er. Dennoch hat sich Pascal Brendel jetzt Unterstützung aus dem Hause Hambüchen ins Boot geholt: Mit Wolfgang Hambüchen als Trainer will es der 15-Jährige bis zu den Olympischen Spielen schaffen.

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Die Vergleiche mit Fabian Hambüchen bieten sich an, wenn ein junger Hesse sich anschickt, es mit den Größten im internationalen Turnsport aufzunehmen. Dieses Ziel hat sich Pascal Brendel zur Aufgabe gemacht. Der 15 Jahre alte Kunstturner aus Wehrheim will wie auch der aus Wetzlar stammende Hambüchen irgendwann Edelmetall im heimischen Trophäenschrank stapeln.

Dafür hat sich Brendel nun den - im wahrsten Sinne des Wortes - "Macher" des Turnflohs ins Boot geholt: Wolfgang Hambüchen trainiert Brendel seit diesem Sommer. Und das ist für beide ein Vollzeit-Job: Sechs Mal die Woche wird Brendel von seinen Eltern aus dem Hochtaunus in die Turnhalle nach Wetzlar kutschiert, vier Stunden dauert das Training.

"Samstags gehe ich mit Freunden raus", sagt Brendel am Montag im hr-heimspiel!. Für den Rest der Woche muss die gemeinsame Zeit in der Schule mit den Kumpels reichen. "Aber damit habe ich kein Problem, weil man sich im Lauf der Zeit daran gewöhnt hat."

Hambüchen fördert mentale Stärke

Während andere in seinem Alter über den ersten Erfolg gegen den großen Bruder an der Playstation jubeln, darf sich Brendel mit seinen 15 Jahren bereits zweifacher deutscher Junioren-Meister im Mehrkampf nennen. Doch damit nicht genug. Fürs kommende Jahr will sich der 15-Jährige für die Junioren-Weltmeisterschaft qualifizieren. Und später? "Zu Olympia", sagt er.

Wolfgang Hambüchen soll diese Chancen mit seiner Erfahrung als Trainer seines weltberühmten Filius erhöhen. Das sei nicht nur mit der intensiven Arbeit an den Geräten getan, betont der 64-Jährige. "Man muss eine Persönlichkeit entwickeln bei dem Kind, damit es dem Druck überhaupt standhält. Bei Olympia geht es teilweise zu wie auf dem Schiebebahnhof. Man muss immun gegen die äußeren Reize sein."

"Es gibt immer Tage, wo man keinen Bock hat"

Doch auf Biegen und Brechen soll sich der olympische Traum für Brendel nicht erfüllen. Er achte ganz genau darauf, wann sein junger Schützling beim Training abbaue, so Hambüchen. Dann sei zur Erholung auch mal ein zusätzlicher freier Tag drin. Obwohl Brendel allzu viel Freizeit scheinbar gar nicht braucht: "Es gibt immer Tage und Wettkämpfe, wo man keinen Bock hat. An den Tagen muss man dran bleiben", sagt der 15-Jährige im Stile eines alten Hasen. "Sonst habe ich eigentlich immer Spaß am Sport."

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Hambüchens Karriere wie im Bilderbuch

Fabian Hambüchen hat seine Karriere Ende 2017 im Alter von 30 Jahren beendet. Der einstige Superstar des deutschen Turnens ist vielfacher Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften. Mit 15 hatte er bereits den Titel bei der Junioren-EM geholt. Seinen größten Erfolg feierte er mit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio 2016.

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