John Degenkolb auf seinem Rad
John Degenkolb: "Ich gehe nicht als Favorit in die Flandern-Rundfahrt." Bild © picture-alliance/dpa

Am Sonntag bittet "Vlaanderens Mooiste - Flanderns Schönste" wieder zum Tanz. Bei der 103. Ausgabe der Flandern-Rundfahrt könnte John Degenkolb überraschen, Favoriten sind andere.

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John Degenkolb will sich als Spielverderber in Szene setzen, doch zu den echten Sieganwärtern bei der Flandern-Rundfahrt gehört der deutsche Klassikerexperte nicht. Wenn "Flanderns Schönste" am Sonntag (ab 10.15 Uhr) schon zum 103. Mal zum heißen Tanz über giftige Hellingen und kräftezehrendes Kopfsteinpflaster bittet, ist der Oberurseler nur Außenseiter.

Bei Degenkolb, der zuletzt mit Rang zwei bei Gent-Wevelgem neues Selbstvertrauen nach seinem Kettenmissgeschick bei Mailand-Sanremo schöpfte, geht der Blick sogar schon hin zu seiner großen Klassikerliebe am 14. April. "Ich schaue schon mit einem Auge auf Paris–Roubaix, dort habe ich die emotionalsten und schönsten Momente meiner Karriere eingefahren", sagte er, denn: "Ich gehe nicht als Favorit in die Flandern-Rundfahrt."

17 kurze, aber steile Steigungen

Genießen will er den inoffiziellen belgischen Nationalfeiertag dennoch auf seine eigene Art, denn so sehr die begeisternde Atmosphäre an der Strecke motiviert, die 267 km zwischen Antwerpen und Oudenaarde werden vor allem schmerzhaft. 17 kurze, aber steile Steigungen (Hellingen) stellen sich den Radprofis in den Weg, dazu fünf Passagen über Kopfsteinpflaster (Kasseien).

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Die Flandern-Rundfahrt gilt in Belgien als Höhepunkt des Radsport-Frühjahrs. Einen weiteren Vorbericht finden Sie bei sportschau.de.

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Der 30-Jährige kennt das Gefühl großer Siege, fühlt sich aber auf dem mittelalterlichen Pflaster Nordfrankreichs wohler als auf dem Kurs über die berühmte Mauer von Geraardsbergen, den Oude Kwaremont und Paterberg. "Wir haben eine starke Mannschaft", sagte der Profi über sein Team Trek-Segafredo mit dem dänischen Vorjahreszweiten Mads Pedersen, in dessen Dienst er sich womöglich stellen wird.

"Eine Handvoll Leute" als Siegkandidaten

Der Kreis der Favoriten ist relativ überschaubar, "eine Handvoll Leute", glaubt Degenkolb. In Olympiasieger Greg van Avermaet, Wout van Aert und Oliver Naesen gehören drei Belgier dazu. Auch der dreimalige Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) ist natürlich ein Siegkandidat, und neben der starken Quick-Step-Mannschaft gehört Cross-Weltmeister Mathieu van der Poel (Niederlande) dazu.