John Degenkolb

Wegen der Corona-Krise wird der Frankfurter Radklassiker am 1. Mai in einem besonderen Format im hr-fernsehen zu sehen sein. Lokalmatador John Degenkolb blickt dem virtuellen Radeln voller Vorfreude entgegen.

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Radrenn-Profis
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"Die emotionale Bindung zum Radklassiker Eschborn-Frankfurt ist eigentlich nur mit meinem Kindheitstraum Paris-Roubaix zu toppen."

"Der 1. Mai ist als Radsport-Event fest in der Region verankert."

"Der hr steht hinter diesem Event am 1. Mai."

John Degenkolb, Radprofi aus Oberursel, blickt dem Maifeiertag trotz Corona-Pause mit Vorfreude entgegen. Normalerweise würde der 31-Jährige am Freitag den traditionsreichen Radklassiker Eschborn-Frankfurt absolvieren, auch nach seinem Wechsel vom Team Trek-Segafredo zu Lotto Soudal während der Winterpause hätte der Lokalmatador zum Favoritenkreis gezählt. Die Pandemie und ihre Auswirkungen verhindern das Rennen nun – doch der Hessische Rundfunk hat sich ein kreatives Alternativformat ausgedacht.

Frankfurter Radklassiker im Jahr 2020 virtuell

Das Konzept: Die TV-Bilder vom Rennen aus dem vergangenen Jahr werden erneut ausgestrahlt – aber mit einem aktuellen Kommentar und neuen Live-Inhalten verknüpft. Profis wie Vorjahressieger Pascal Ackermann oder eben Degenkolb fahren in ihren eigenen vier Wänden auf Heimtrainern und werden per Live-Übertragung aus ihren Wohnzimmern in die Sendung eingebunden. Heißt: Der Frankfurter Radklassiker findet zwar nicht auf der Straße statt, dafür aber virtuell.

"Ich bin froh und stolz, dass der hr daran festhält und etwas auf die Beine stellt – auch in dieser schwierigen Zeit", sagt Degenkolb. Sein Ziel: "Den Leuten etwas bieten, eine gute Show liefern. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben. Mal schauen, was am Ende dabei rauskommt."

John Degenkolb: viel Zeit für Training

Zeit fürs Training hatte Degenkolb in diesem Frühjahr auf jeden Fall viel – zu viel nach seinem Geschmack. "Die Trainingsfahrten sind seit vier, fünf Wochen extrem einsam. Es wäre schön, wenn man mal wieder im Pulk fahren und die Nase im Windschatten verstecken könnte."

Via Instagram war Degenkolb zuletzt bei zahlreichen Einheiten zu verfolgen: morgens um sieben im Freien Richtung Sonnenaufgang, anschließend beim Fitness in den eigenen vier Wänden, und abends noch auf dem Heimtrainer zu einer virtuellen Trainingsfahrt mit seinen Teamkollegen. "In Spanien hatten sie ja nicht einmal die Möglichkeit, rauszugehen und aufs Rad zu steigen", weiß der Wahlhesse die nicht ganz so strengen Corona-Maßnahmen in Deutschland zu schätzen.

"Es wird Veränderungen geben"

Der Radklassiker Eschborn Frankfurt soll noch in diesem Jahr nachgeholt werden, gleiches gilt für die wichtigste Rundfahrt im weltweiten Radsport-Kalender: die Tour de France. "Sollte sie ausfallen, wäre das ein Fall, der uns noch einmal viel, viel härter treffen würde", hofft Degenkolb, dass die Jagd auf das prestigeträchtige Gelbe Trikot im Jahr 2020 auf jeden Fall stattfinden kann.

Bereits jetzt könnten sich die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise als "existenzbedrohlich" darstellen: "Es wird Veränderungen geben – in Budgets und Gehältern, in der Masse von Teams, Fahrern und Betreuern. Für uns als Radsport wäre es deshalb extremst wichtig, eine Möglichkeit zu finden, die Tour de France auszurichten."

Sendung: hr-fernsehen, 1.5.2020, 13.15 Uhr