Jana Tenambergen auf ihrem Einrad

Jana Tenambergen will einen Weltrekord im Einradfahren aufstellen. Über das Geschwindigkeits-Abenteuer berichten hr-fernsehen und hessenschau.de am 1. Mai live.

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Ob Hochhäuser, Passagierzahlen am Flughafen oder der größte Internetknotenpunkt der Welt: Frankfurt ist eine Stadt der Rekorde – und am 1. Mai könnte vor den Toren der Mainmetropole eine weitere Bestmarke aufgestellt werden. Jana Tenambergen jagt einen Hochgeschwindigkeits-Weltrekord im Einradfahren.

Auf dem Segula-Testfeld nahe Rodgau-Nieder-Roden will die 20-Jährige aus dem baden-württembergischen Wittnau südlich von Freiburg ihrem Ruf als Deutschlands schnellste Frau auf dem Einrad einmal mehr gerecht werden. 4,8 Kilometer lang ist der Rundkurs, den sie bislang nur von Fotos kennt, und auf dem sie am Freitag eine Stunde lang gegen die Zeit fahren wird.

Live im hr-fernsehen und auf hessenschau.de

"In dieser Stunde heißt es, so viele Kilometer wie möglich zu absolvieren", erklärt Tenambergen. Das hr-fernsehen und hessenschau.de im Livestream übertragen den Weltrekordversuch im Rahmen der Radklassiker-Sondersendung ab 13.15 Uhr live.

Tenambergens Ziel: eine Stunde lang eine Durchschnittsgeschwindigeit von mindestens 27 km/h durchhalten. Dann hätte sie die "goldene Marke", wie sie selbst sagt, bei den Frauen geknackt. Aber auch der Männer-Bestwert von 32 km/h ist machbar – schließlich liegt ihre Spitzengeschwindigkeit bei 35 km/h.

"Mischung aus Formel 1 und Bahnradfahren"

"Das wird eine Mischung aus Formel 1 und Bahnradfahren", erklärt Tenambergen, die nur in bestimmten Bereichen der Strecke fahren kann: nämlich dort, wo der Rundkurs keine Neigung hat. "Alles andere ist physikalisch gar nicht möglich", sagt der Einrad-Profi.

"Ich muss eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit fahren, brauche also eine hohe Trittfrequenz. Dann muss ich noch permanent mein Gleichgewicht halten, die Konzentration wird dauerhaft hoch sein. Jeder noch so kleine Stein kann einen bei diesen hohen Geschwindigkeiten rausbringen – und wenn man hinfällt, ist das nicht ganz so witzig." Sollte sie tatsächlich einen neuen Bestwert aufstellen, warten auf sie Ruhm und Ehre durch den Einrad-Weltverband: Die International Unicycling Federation würde dann ihren Rekord in die Geschichtsbücher aufnehmen.

Mit dem Einrad zur Schule

Dass Tenambergen am Maifeiertag überhaupt einen Einrad-Weltrekord in Angriff nimmt, ist in gewisser Hinsicht auch einer Lücke im hiesigen Bürokratie-Irrgarten zu verdanken. "Ich bin aus der Not heraus zum Einradfahren gekommen", erzählt die 20-Jährige, die gerade in das zweite Semester ihres Jura-Studiums gestartet ist. "Früher war es verboten, mit dem Fahrrad zur Grundschule zu kommen. Einrad aber war okay, denn das war ja ein Spielgerät." Die Karriere kam also schon früh ins Rollen.

Jana Tenambergen auf ihrem Einrad

Nach ersten Wettkämpfen in der Heimat stieg sie im Alter von 14 Jahren vollends in die Szene ein. Bei den Weltmeisterschaften in Kanada, ihrem ersten großen Turnier, lernte sie nicht nur ihr sportliches Umfeld, sondern auch neue Freunde kennen. Mittlerweile ist Tenambergen eine der erfolgreichsten Sportlerinnen ihrer Zunft. Bei der WM 2016 stellte sie schon einmal zwei Weltrekorde auf, zudem heimste sie ihre ersten Titel ein. Ob im Gelände oder auf der Straße: Im Einrad, das so gut wie nie eine erhöhte Aufmerksamkeit genießt, gehört Tenambergen zur Weltspitze.

Corona beeinflusst die Vorbereitung

Unterstützt wird sie seit jeher von ihrer Familie. Papa Werner hütet in der heimischen Garage in Wittnau rund 15 unterschiedliche Einrad-Modelle seiner Tochter, am 1. Mai wird er der einzige in Janas Betreuerteam sein – auch ein Weltrekordversuch muss sich den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronvirus beugen.

Genau wie Tenambergens Trainingspensum: Die Ausdauergrundlagen konnte sie sich zwar in den gewohnten 350 Rennrad-Kilometern pro Woche holen, statt dem regelmäßigen Gang ins Fitnessstudio war allerdings Home-Trainnig "in Eigenregie" angesagt. Ob 27 km/h, 32 km/h oder ein anderer Wert – Corona hat schon jetzt einen Einfluss auf Jana Tenambergens Weltrekord-Jagd: "Gucken wir mal, wo ich dann am Ende lande."

Videobeitrag

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zum Video Der virtuelle Frankfurter Radklassiker am 1. Mai

Radrenn-Profis
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Sendung: hr-fernsehen, 1.5.2020, 13.15 Uhr