John Degenkolb auf seinem Rad
John Degenkolb bringt sich für die neue Saison in Form. Bild © picture-alliance/dpa

Von der Couch aufs Fahrrad: Für Sprintstar John Degenkolb geht die Plackerei wieder los. Nach seinem emotionalen Etappensieg bei der Tour schuftet der Oberurseler für ein großes Ziel.

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Aller Anfang ist schwer. Auch für John Degenkolb. Nach rund einem Monat Pause ist der Sprintstar aus Oberursel mittlerweile wieder ins Training eingestiegen. "Die ersten Tage waren die Hölle", beschreibt der 29-Jährige seinen knirschenden Start in die Saisonvorbereitung. Vier Wochen habe er nichts gemacht. "Das ist schon der Wahnsinn, wie der Körper innerhalb von kurzer Zeit abbaut", sagte Degenkolb im heimspiel! des hr-fernsehens.

Derzeit schwitzt "Dege" in seinen eigenen vier Wänden in Oberursel vor den Toren Frankfurts, stemmt Gewichte und bringt seinen Körper mit Kraftübungen in Form. Natürlich dürfen auch die Einheiten auf dem Rad nicht fehlen, der Taunus als perfektes Trainingsterrain für die ersten langen Ausfahrten liegt direkt vor der Haustüre.

Zielsprint von Roubaix "tief in Herz eingebrannt"

Hinter Degenkolb liegt ein unglaublich intensives Radsport-Jahr. Nach gesundheitlichen Rückschlägen schon zu Beginn der Saison und der damit verbundenen Absage beim Heimrennen "Eschborn-Frankfurt" am 1. Mai erfüllte sich der Sprintstar mit dem Sieg auf der neunten Tour-Etappe über Kopfsteinplaster nach Roubaix einen lang gehegten Traum.

Knapp fünf Monate liegt diese denkwürdige Etappe bei der Tour de France nun zurück – für Degenkolb sind die Bilder immer noch allgegenwärtig. "Das löst jedes Mal so viel bei mir aus. Echt krass. Das hat sich tief in mein Herz eingebrannt und wird hoffentlich nicht so schnell weggehen", schilderte der 29-Jährige mit feuchten Augen seine Erinnerungen beim Blick auf die TV-Aufnahmen vom damaligen Zielsprint.

Familie und Freunde pushen in schwierigen Zeiten

So erbarmungslos wie das Kopfsteinpflaster auf dem Weg nach Roubaix an diesem unvergessenen 15. Juli 2018 war, so holprig ist Degenkolbs Weg zurück in die Erfolgsspur gewesen. "Ich habe immer wieder Rückschläge erlitten. Meine tolle Familie und mein toller Freundeskreis haben mich immer motiviert, weiterzumachen", schilderte der 29-Jährige.

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Mit dem Etappensieg bei der Tour hat der Oberurseler fast alles erreicht, was man als Sprinter erreichen kann. Aber ein großes und zugleich ultimatives Ziel hat Degenkolb noch vor Augen: den Titel bei der Straßenrad-WM. "Ganz klar, Weltmeister werden. Wenn man sich keine großen Ziele steckt, kann man nichts erreichen", unterstrich der zweifache Familienvater.

Der große Traum vom Regenbogentrikot

2019 steigt die WM in der britischen Region Yorkshire. Im Gegensatz zur diesjährigen Weltmeisterschaft in Innsbruck, wo er seinen Start aufgrund des bergigen Terrains abgesagt hatte, könnte ihm das Streckenprofil auf der Insel entgegenkommen. Für ihn sei es schon immer ein großer Traum gewesen, im Regenbogentrikot des Weltmeisters zu fahren. "Das ist im Radsport was ganz Besonderes", sagte der bekennende Eintracht-Fan. Zunächst aber gilt es sich in Form für die nächsten großen Taten auf dem Rad zu bringen.

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