Hoffen auf den großen Wurf: der RSV Lahn-Dill.

In der Königsklasse des Rollstuhlbasketballs geht es in der Wetzlarer Arena am Wochenende um die Krone Europas. Es spricht einiges dafür, dass Gastgeber RSV Lahn-Dill bei dem Finalturnier am Ende ganz oben landen könnte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found RSV-Geschäftsführer Joneck: "Nach holprigem Start bestens präsentiert"

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"Finale dehaam": Der RSV Lahn-Dill spielt ab Freitag beim Champions Cup in der eigenen Arena um den wichtigsten Titel im europäischen Rollstuhlbasketball. Acht Top-Teams spielen innerhalb von drei Tagen den Sieger aus. "Ich denke wir haben eine sehr gute Chance. Aber wir müssen schnell unseren Weg ins Turnier finden", sagt Cheftrainerin Janet Zeltinger dem hr-sport .

Der RSV geht in der Tat mindestens als Mitfavorit ins Rennen: In der im internationalen Vergleich starken deutschen Liga dominierten die Mittelhessen die Hauptrunde und stehen im Finale um die Meisterschaft. Die Vorfreude auf das Kräftemessen mit den anderen europäischen Giganten ist demnach groß. "Wir sind alle total begeistert, dass wir spielen dürfen. Es würde für die Mannschaft und den Verein viel bedeuten, vor allem in diesen Zeiten", beschreibt Zeltinger die Stimmung im Team. Für die Kanadierin wäre es der erste Titel als Cheftrainerin des RSV Lahn-Dill.

RSV Lahn Dill

Deutsches Traumfinale möglich

Nach dem Pott greifen vier spanische, drei deutsche und ein italienisches Team. Da die Qualifikation ausfiel, wurden die Mannschaften nach der europäischen Rangliste ausgewählt. "Das sind alle so starke Mannschaften. Die Unterscheide sind nicht so groß, wie in anderen Jahren", glaubt Zeltinger. Ein Favorit lasse sich nicht ausmachen. Titelverteidiger sind die Thuringia Bulls – auf den großen Rivalen aus der Bundesliga kann der RSV frühestens im Finale am Sonntag (17.30 Uhr) treffen.

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So funktioniert Rollstuhlbasketball

Beim Rollstuhlbasketball können Spieler mit verschiedenen oder ohne Behinderungen mit- und gegeneinander spielen. Einen sportlich fairen Wettkampf garantiert die funktionelle Klassifikation. Jeder Spieler erhält eine Klassifizierungspunktzahl zwischen 1 und 4.5. Diese sagt aus, wie die Mobilitätseinschränkung im Rollstuhl ist. Je größer die Einschränkung, desto kleiner die Zahl. Im Spiel gilt die Regel: Die fünf Feldspieler dürfen addiert die Punktzahl 14.5 nicht überschreiten. Wenn eine Frau eingesetzt wird, steigt die erlaubte Punktzahl auf 16. Beim RSV Lahn-Dill befinden sich im Kader neben zehn Männern auch die beiden Nationalspielerinnen Catharina Weiß und Annabel Breuer.

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Erster Gegner im Viertelfinale ist Gran Canaria (Freitag, 20 Uhr). "Sie haben schon lange zusammengespielt und hatten in den letzten Jahren nur wenige Wechsel", analysiert Zeltinger die Spanier. Die große Stärke ihrer eigenen Mannschaft sei die Tiefe im Kader: "Wir haben viele Möglichkeiten, verschiedene Lineups zu spielen. Das hilft uns viel." Von zwölf Spielerinnen und Spielern beim RSV sind zehn auch in der Nationalmannschaft ihres Landes.

In der eigenen Halle ungeschlagen

Neben der hohen individuellen Klasse spricht der Heimvorteil für die Wetzlarer, auch wenn keine Zuschauer kommen dürfen. "Es ist sehr schade, wenn man so ein riesiges Turnier zuhause spielt und keine Fans da sein können", findet Zeltinger. Doch auch vor leeren Rängen fühlt sich der RSV in der eigenen Arena wohl und ist bei Heimspielen in dieser Saison ungeschlagen. Wenn das am kommenden Wochenende so bleibt, würde der RSV Lahn-Dill seinen siebten europäischen Titel holen. Und Janet Zeltinger ihren ersten als Cheftrainerin.