Kombo: Marc Weber bei seiner Ehrung als Hessens Sportler des Jahres 2019, mehrere Ruderboote bei einem Wettkampf.

Bis zur Erschöpfung und darüber hinaus: Ruderer Marc Weber aus Gießen schuftet für das Olympia-Ticket. Sein Training hat ihn schon mehrfach ins Krankenhaus gebracht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ruderer Marc Weber beschreibt sein typisches 2000-Meter-Rennen

Marc Weber
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"Die totale Erschöpfung fährt immer mit", sagt Marc Weber, Ruderer aus Gießen, im Interview mit hr-iNFO. Der 22-Jährige ist seinem Traum von Olympia in Tokio inzwischen ganz nah, muss dafür im Training aber oft über die Grenzen gehen.

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Mein Traum von Olympia

In der Reihe "Mein Traum von Olympia" erscheinen ab nun wöchentlich Beiträge, in denen wir Ihnen hessische Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg zu den Olympischen Sommerspielen nach Japan vorstellen.

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3-3-2, das ist der Rhythmus, in dem Weber aktuell trainiert. Dreimal montags, dreimal dienstags, zweimal mittwochs, dann das gleiche noch mal und der Sonntag zur Regeneration. 16 Trainingseinheiten kommen so pro Woche zusammen. Zumeist muss er dafür nach Hamburg, das Studium an der Uni Gießen steht hinten an.

Krankenbett statt Ruderboot

"Ich möchte zu Olympia, das ist ein Riesentraum", so der U23-Weltmeister vom Gießener Ruder-Club Hassia 1906. "Ich möchte aber auch immer besser werden. Um das zu erreichen, muss man halt manchmal über seine Grenzen gehen."

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Zum Artikel auf hr-inforadio.de Marc Weber – Hessischer Ruderer – Träumt von Olympischen Spielen in Tokio

Marc Weber (Mitte) mit Martina Knief und Stefan Bücheler
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Dieser Ehrgeiz hat den Gießener schon mehrfach ins Krankenhaus gebracht. Bereits "drei- oder viermal" endete ein sogenannter Ergotest für ihn mit Verdacht auf Nierenversagen und mit Krankenbett statt Ruderboot. "Da hängt man am Tropf und bekommt Kochsalzlösungen. Und man kommt schon ins Zweifeln", sagt er.

Im Rennen an sich gibt es ähnliche Momente. "Ab 1200 Meter kommt manchmal der Hammer und es wird einem auch ein bisschen Schwarz vor Augen", beschreibt er seine 2000-Meter-Strecke. Aber: "Der Wille ist sehr entscheidend."

"Man muss träumen"

Warum diese ganzen Qualen? Für den Traum von Olympia 2020. "Manchmal muss man träumen, um auch das Trainingspensum vor sich selbst zu rechtfertigen", so Weber, der sein Abitur einst mit 1,4 bestand - aus Angst, bei schlechten schulischen Leistungen nicht mehr zum Rudertraining zu dürfen.

Ob sich die Schinderei gelohnt hat und am Ende die Olympia-Nominierung steht, weiß Weber übrigens noch nicht - obwohl seine Chancen für den Zweier gut stehen. "Es fühlt es schon fast so an, als ob ich hinfahre, obwohl noch gar nichts sicher ist. Es ist alles darauf ausgelegt in unserer Trainingsgruppe." Spätestens im Mai der Deutsche Ruderverband entschieden, ob sich Webers großer Traum erfüllt.

Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 26.2.2020, 19.35 Uhr