Szene aus einem Rugby-Spiel

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft kämpft am Samstag gegen Topfavorit Kanada um das letzte WM-Ticket. Frankfurts Samy Füchsel ist einer von mehreren Hessen im Team – und kennt die Stärken des kommenden Gegners.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rugby-Nationalspieler Füchsel: "Wir sind bereit, jeden Meter zu gehen"

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Vor dem wichtigsten Spiel in der Geschichte des deutschen Rugbys tankten die "Schwarzen Adler" noch einmal Energie. Im sonnendurchfluteten Marseille stimmte sich die Nationalmannschaft auf den Showdown gegen Topfavorit Kanada im Kampf um das letzte WM-Ticket ein.

"Wir sind ein Team, das sehr gut zusammenhält und sehr eingeschweißt ist", verrät Erste-Reihe-Stürmer Samy Füchsel im Gespräch mit dem hr-sport. Der 26-Jährige ist außerhalb des Nationalteams für Bundesligist SC 1880 Frankfurt aktiv. "Wir sind bereit, alles füreinander zu geben."

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Die Hessen im Rugby-Kader

  • Winston Cameron-Dow (BSC Offenbach)
  • Michael Poppmeier
  • Marcel Henn
  • Raynor Parkinson
  • Samy Füchsel (alle SC 1880 Frankfurt)
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Gewinnt Deutschland am Samstag (16 Uhr) nach dem Auftaktsieg gegen Hongkong auch sein zweites Spiel beim Repechage-Turnier, fehlt nur noch ein kleiner Schritt bis zur erstmaligen Qualifikation für eine WM-Endrunde. Dort wären Vorrunden-Duelle mit Neuseelands legendären "All Blacks" und Südafrikas Springboks garantiert.

"So weit denken wir aber noch nicht", sagt Füchsel. Auch an eine mögliche Feier, die beim größten Erfolg in der deutschen Rugby-Geschichte sicherlich steigen würde, werden noch keinerlei Gedanken verschwendet. "Am Wochenende steht erst einmal das Spiel gegen Kanada an."

Kanada klarer Favorit

Und genau diese Hürde ist sehr hoch. Die Nordamerikaner gelten als der große Favorit beim Wettstreit um den letzten zu vergebenden Startplatz für das Weltereignis Rugby-WM 2019 in Japan und waren bislang bei jeder Endrunde dabei. Im Vorjahr jedoch mussten sie sich in der Qualifikation erstmals überhaupt den USA geschlagen geben, verloren anschließend auch im Play-off gegen Uruguay.

Der Druck, der in der Heimat auf ihnen lastet, ist gewaltig. Beim ungefährdeten 65:19-Sieg gegen Kenia, am 23. November letzter deutscher Gegner, hinterließen die Nordamerikaner am vergangenen Wochenende allerdings einen starken Eindruck.

Deutscher Erfolg sorgt für Aufsehen

"Kanada spielt wesentlich physischer als Hongkong und ist alleine im Sturm viel besser besetzt", sind Füchsel und seine Teamkollegen entsprechend gewarnt. Der Frankfurter rechnet mit einem "sehr gut eingestellten und sehr fitten" Gegner.

Der Erfolg von Füchsel und Co. hat in der Rugby-Welt viel Aufsehen erregt, vor allem die Wucht der deutschen Sturmreihe hatte den vor Turnierbeginn in der Weltrangliste am höchsten notierten Gegner offenbar überrascht. Im Gedränge oder Paket spielten die DRV-Kolosse ihre körperlichen Vorteile gnadenlos aus, in der Verteidigung ließen sie dank großem Kampfgeist keinen einzigen gegnerischen Versuch zu.

Intensive Vorbereitung

Das soll auch am Samstag gegen Kanada der große Trumpf sein. "Wir haben uns sehr intensiv auf diese Spiel vorbereitet", versichert Füchsel. "Wir wissen, wie wir spielen müssen – körperlich und mental." Gerade der Kopf könnte im Showdown eine wichtige Rolle spielen. "Wir wissen, dass wir nicht die größte Erfahrung haben. Das Spiel gegen Kanada, das wichtigste in der Geschichte des deutschen Rugbys, kann trotzdem ein Meilenstein werden.

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Reporter Sebastian Rieth beim Rugby
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