Das (halbe) ausgebrannte Auto von Romain Grosjean nach seinem Horror-Unfall.

Nicht einmal eine Woche nach dem unfassbaren Unfall des Franzosen Romain Grosjean soll der Rennzirkus erneut über die Strecke in Bahrain rollen. Sebastian Vettel spricht sich für eine andere Sicherung der Unfallstelle aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Unfall überschattet Rennen in Bahrain

Stewards löschen das in zwei Teile gebrochene Wrack, aus dem Romain Grosjean wie durch ein Wunder aussteigen konnte.
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Das Wüsten-Wunder von Romain Grosjean hat mit voller Wucht die Formel-1-Piloten mit dem stets mitrasenden Risiko um Leib und Leben konfrontiert. "Das ist eine wirklich kraftvolle Mahnung, wie gefährlich dieser Sport sein kann", betonte Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Der Mercedes-Superstar atmete aber wie alle anderen auf, dass Grosjean nach einer schier unglaublichen Rettung aus dem Flammenmeer von Sakhir nichts Schlimmes passiert war.

In einem Patientenkittel und mit dick bandagierten Händen, die in orangenen Schlaufen eingehängt waren, schickte der französische Haas-Pilot noch in der Nacht ermutigende Botschaften an seine Familie und seine Fans. Der 34-Jährige bekommt ein Rennen Auszeit, um sich weiter von den Schock-Sekunden am Sonntag zu erholen, die Hightech-Branche will unterdessen ihre Sicherheitsvorkehrungen weiter entschlossen vorantreiben.

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Ein Unfall wie aus längst vergessenen Tagen

Erst nach fast 30 Sekunden, wie der Medizinwagen-Fahrer Alan van der Merwe berichtete, tauchte Grosjean nach seinem Einschlag bei rund 220 km/h in die Leitplanken aus den Flammen wieder auf. Unglaublich: Der zum Jahresende scheidende Fahrer erlitt nur Verbrennungen an den Handrücken.

Dabei bohrte sich das Monocoque in die Leitplanke und der Wagen wurde in zwei Teile zerrissen. "Der Unfall war ein echter Schocker. So etwas haben wir in der Formel 1 seit den 90ern nicht mehr gesehen, ein Auto, das in zwei Teile bricht und das Feuer", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach der Schockstarre.

Verbesserungen fürs nächste Rennen gesucht

"Es ist gut, dass die Wagen sicherer als früher sind. Die Leitplanke sollte aber nicht so nachgeben und das Auto sollte auf diese Art kein Feuer fangen", meinte Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel und regte an jener verhängnisvollen Stelle andere Sicherungen auf der Strecke an. Denn am kommenden Wochenende rast die Formel 1 erneut in Sakhir, allerdings auf einem anderen Layout.

"Wir werden den Unfall sorgfältig untersuchen, auch warum das Feuer ausbrechen konnte und dann weitere Verbesserungen für das Rennen nächste Woche machen", kündigte Formel-1-Sportchef Ross Brawn an.

"Unbekanntes Terrain" für die Rettungskräfte

Familienvater Grosjean hatte in erster Linie irdischen Beistand. Das Rettungspersonal handelte schnell. "Wir gehen unsere Checklisten durch, machen eine Menge Vorbereitung und reden über Szenarien", erzählte Medizinwagen-Fahrer van der Merwe, "das aber war irre". Die Erstretter hätten "neues, unbekanntes Terrain" vor sich gehabt, als sie an der Unglücksstelle ankamen.

Dann half Grosjean natürlich auch der Cockpitschutz "Halo" (Heiligenschein), dieser über das Cockpit gespannte Titan-Bügel, der seit 2018 Pflicht ist und auch vor herumfliegenden Teilen schützen soll. "Vor einigen Jahren war ich nicht dafür", räumte Grosjean ein, "ohne es würde ich aber heute nicht zu euch sprechen können". Die "Flammenhölle", wie es der Kurier in Österreich nannte, hätte Grosjean aber auch nicht ohne seinen Helm und den feuerfesten Rennoverall überstanden.

Fittipaldi ersetzt Grosjean

1975, also ein Jahr vor dem Flammen-Drama von Niki Lauda auf dem Nürburgring, hatte die Formel 1 Standards für feuerbeständige Kleidung eingeführt. Seitdem wurden die Vorkehrungen weiter erhöht. Die Horror-Bilder bei Grosjean weckten allerdings Befürchtungen, fünf Jahre nach dem Tod von Jules Bianchi ein neues Unglück zu erleben.

Grosjean soll am Dienstag wieder das Krankenhaus verlassen dürfen. Haas wird im nächsten Rennen Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi, den Enkel des zweimaligen Weltmeisters Emerson Fittipaldi, zum Einsatz kommen lassen.

"Der Tod ist nur eine Sekunde entfernt"

Die Warnung wird mitfahren. «Romain Grosjeans Unfallinferno erinnert daran, dass der Tod nur eine Sekunde entfernt ist", schrieb der Telegraph in England. Der Guardian befand, dass Grosjeans relativ glimpflich verlaufener Unfall, "ein bemerkenswertes Zeugnis für das unermüdliche Sicherheitsstreben des Sports" sei.