Tina Hermann jubelt über ihre Goldmedaille
Tina Hermann darf sich zum zweiten Mal Weltmeisterin nennen. Bild © picture-alliance/dpa

Tina Hermann hat sich im kanadischen Whistler zum zweiten Mal zur Skeleton-Weltmeisterin gekürt. In einem historischen Rennen setzte sich die Mittelhessin im teaminternen Dreikampf durch. Im Anschluss feierten trotzdem alle zusammen.

Als Tina Hermann die Ziellinie passiert hatte, ballte sie die Faust. Im Zielauslauf ließ die Ehringshausenerin einen Jubelschrei los, der für alle Umstehenden deutlich zu hören war. Und das, obwohl die frischgebackene Skeleton-Weltmeisterin noch ihren Helm aufhatte. "Ich bin einfach nur total happy", sagte Hermann kurz darauf dem hr-sport. "Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat."

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Auch Silber und Bronze für Deutschland

Nur wenige Tage nach ihrem 27. Geburtstag ist die Mittelhessin im kanadischen Whistler zum zweiten Mal Skeleton-Weltmeisterin geworden. Das alleine böte schon genügend Grund zur Freude, doch Hermann hatte noch zwei weitere Gründe zum Feiern: Mit Jacqueline Lölling und Sophia Griebel schnappten sich Hermanns deutsche Teamkameradinnen die Silber- und die Bronzemedaille. "Ich freue mich für alle. Das ist einfach nur total cool", sagte Hermann.

Mit dem dreifachen Erfolg haben Hermann und ihre Teamkameradinnen einen Platz in den Skeleton-Geschichtsbüchern sicher. Noch nie zuvor war das einer Damenmannschaft geglückt. Einzig die österreichischen Herren konnten bei ihrer Heim-WM 1991 in Innsbruck ebenfalls dreifach jubeln. "Eine herausragende Leistung, das kann man gar nicht in Worte fassen", befand Bundestrainer Dirk Matschenz.

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Konkurrentinnen, wenn die Ampel auf Grün springt

Der historische Erfolg wurde in der kanadischen Nacht natürlich ausgiebig gefeiert. "Wir werden mit dem gesamten Team anstoßen. Ich werde 'ne Runde schmeißen, die Mädels wahrscheinlich auch", kündigte Hermann an. Das habe sich das gesamte Team verdient.

Platz für Neid gibt es in der deutschen Mannschaft nicht. "Wenn die Ampel auf Grün springt, dann bist du dein eigener Pilot und natürlich Konkurrenz", erklärte die Mittelhessin, "aber sobald du im Ziel bist, sind wir Teamkollegen. Das muss auch so sein."

"Tina hat verdient gewonnen"

Hermann war über die vier Läufe am Donnerstag und Freitag nicht zu schlagen. Nach Bestzeiten in drei Durchgängen hatte sie am Ende 0,38 Sekunden Vorsprung auf Lölling, Griebel lag schon 1,17 Sekunden hinter der Siegerin.

Im ersten Lauf verbesserte Hermann mit 53,17 Sekunden den neun Jahre alten Bahnrekord von Olympiasiegerin Amy Williams (53,68) aus Großbritannien. Lölling überbot ihn dann im vierten Durchgang noch einmal mit 53,10 Sekunden. "Es war ein schönes Rennen, wir haben alle drei auf Augenhöhe gekämpft. Tina hat verdient gewonnen", sagte die WM-Zweite anerkennend.

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Tina Hermann (Mitte), Jacqueline Lölling (links) und Sophie Griebel feiern zusammen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hermann: "Das ist einfach nur Wahnsinn"

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