Stephan Leyhe

Skisprung-Ass Karl Geiger hat sich mit einer Podestplatzierung zu den Olympischen Winterspielen verabschiedet und bei der Generalprobe in Willingen noch einmal Selbstvertrauen getankt. Lokalmatador Stephan Leyhe konnte sein starkes Ergebnis vom Vortag nicht bestätigen.

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Skispringen in Willingen: Geiger fliegt auf Platz zwei und fährt in Gelb zu Olympia

Willingen
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Als Karl Geiger im Gelben Trikot auf das Willinger Weltcup-Podest hüpfte, wuchs seine Lust auf Olympia ins Unermessliche: Mit einem ganz starken zweiten Platz bei der Generalprobe in Sauerland hat Deutschlands bester Skispringer seine goldenen Ambitionen für Peking unterstrichen.

"Das war ein cooler Wettkampf, nachdem mich das gestern echt geärgert hat. Mit Platz zwei bin ich sehr zufrieden", sagte Geiger. Der 28-Jährige musste sich nach einem völlig verkorksten Auftritt am Samstag (Platz 20) im zweiten Springen nur dem Norweger Marius Lindvik geschlagen geben. Damit holte sich der Skiflug-Weltmeister nach 24 Stunden die Führung im Gesamtweltcup zurück. 

"So ein Scheißdreck, das kotzt mich an"

Nach Sprüngen auf 139,5 und 140,0 m (238,7) fehlten Geiger, nach dem ersten Durchgang noch Fünfter, umgerechnet knapp drei Meter auf Lindvik (243,8). Dritter wurde der Slowene Cene Prevc (235,6). Vortagessieger Ryoyu Kobayashi verlor als Vierter das Gelbe Trikot wieder. 

Markus Eisenbichler, Dritter nach dem ersten Durchgang, stürzte mit einem schwachen zweiten Sprung noch auf Platz elf ab und war danach restlos bedient. "So ein Scheißdreck, das kotzt mich an", fluchte der Bayer am ZDF-Mikro in Richtung der Jury, die ihn bei üblen Windbedingungen von der Schanze gejagt hatte: "Ich verstehe nicht, dass man da nicht warten kann." Schon im nach der Halbzeit wegen Böen abgebrochenen ersten Springen war Eisenbichler nur 30. geworden. 

Leyhe wird 18.

Der Willinger Lokalmatador Stephan Leyhe deutete am Samstag mit Platz sechs und damit seinem besten Ergebnis nach seinem Kreuzbandriss sein Potenzial an, konnte als 18. am Sonntag nicht ganz daran anknüpfen.

Sorgen bereiten indes zwei andere Peking-Fahrer: Pius Paschke verpasste an beiden Tagen den zweiten Durchgang (31./33.), Constantin Schmid schied am Sonntag mit Windpech als 46. aus. Besser schnitten da die beiden Verlierer der Olympia-Lotterie ab: Altmeister Severin Freund wurde im ersten Springen sensationell Vierter und verpasst sein ersten Podest seit November 2016 knapp, der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger überzeugte als Zwölfter  - beide könnten in Peking schmerzlich vermisst werden.