Skispringer Stephan Leyhe

Zu Saisonbeginn war Skispringer Stephan Leyhe gar nicht in der deutschen Weltcup-Mannschaft, danach fehlte ihm die Konstanz. Das soll sich bei der Vierschanzentournee ändern.

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Das müssen Sie zur Vierschanzentournee wissen

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Stephan Leyhe ist auch 2022/2023 bei der Vierschanzentournee dabei. Das klingt zunächst mal selbstverständlich, schließlich hat der Willinger seit 2014 nur 2020/2021 das Großereignis verpasst - wegen eines Kreuzbandrisses. Dieses Mal musste er um seinen Platz im Team allerdings hart kämpfen.

Beim Weltcup-Auftakt Anfang November in Wisla musste Leyhe noch zuschauen. Damals hatte Teamkollege Pius Paschke ihm in der internen Qualifikation den Platz vor der Nase weggeschnappt. "Beide haben auf hohem Niveau und auf Augenhöhe agiert", sagte Skisprung-Bundestrainer Stephan Horngacher damals.

Aufwärtstrend, aber keine Konstanz

Doch schon beim zweiten Weltcup-Wochenende war Leyhe wieder dabei: In Ruka wurde er 22. und 32. Schon da zeigte sich das Problem, mit dem der 30-Jährige in diesem Winter zu kämpfen hat: die fehlende Konstanz. So lag er seinerzeit auf Platz 8, bevor er im zweiten Durchgang auf den 22. Rang durchgereicht wurde. In Titisee-Neustadt gab es mit zwei 15. Plätzen dann immerhin eine Steigerung. Im ZDF-Interview sprach Leyhe von einem Aufwärtstrend - "weil ich es im Flug besser gemacht habe".

Bei der Tour-Generalprobe in Engelberg brachte er aber wieder keine zwei gleichwertigen Sprünge runter: Am ersten Tag fiel er von 9 auf 18 und am zweiten Tag von 15 auf 22 zurück. Das zeigt: Die Anlagen sind da, doch die Sprünge gelingen eben nur manchmal. Doch besagte Konstanz braucht es bei der Vierschanzentournee, bei der sich das Endergebnis aus allen Durchgängen zusammensetzt. Und die Leyhe 2018/2019 als Dritter abschloss - ohne Podestplatz in einem Einzelspringen, aber eben wegen seiner durchgehend guten Leistungen auf allen Schanzen.

Deutsches Team in der Außenseiterrolle

Mit seinen aktuellen Problemen ist der Willinger im deutschen Team aber nicht alleine. Denn auch bei seinen Mannschaftskollegen läuft es nicht rund, die Topfavoriten für die Tournee sind andere. Horngacher sieht das pragmatisch: "Wir sind schon in Topform zur Tournee gekommen, im Gelben Trikot, mit zwei Topleuten, und haben auch nicht gewonnen", so der Bundestrainer. "Ich finde es diese Saison gar nicht schlecht." Sein Team sei im "Arbeitsmodus", Konzentration und Motivation seien hoch.

Für Leyhe und Co. soll nun in Oberstdorf der Knoten platzen. Auf der ersten von vier Schanzen waren die Deutschen vor Weihnachten noch im Training. Am Mittwoch um 16.30 Uhr geht es mit der Qualifikation los, die Tournee endet traditionell am 6. Januar in Bischofshofen.