Skispringer Stephan Leyhe

Eines Tages wieder um die vorderen Plätze mitspringen - das ist das Ziel von Skispringer Stephan Leyhe. Nach seinem Kreuzbandriss im März ist der Weg dorthin allerdings noch weit.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stephan Leyhe nach dem Kreuzbandriss

Stephan Leyhe springt in Bischofshofen
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"Die ersten kleinen Sprünge sind gemacht", postete Skispringer Stephan Leyhe Anfang Juli auf Instagram, gemeinsam mit einem Bild von sich auf dem Trampolin. Der 28-Jährige brennt auf sein Comeback auf der Schanze, auch wenn er darauf wohl noch ein bisschen warten muss.

"Es war ein wildes Durcheinander"

Im allerletzten Sprung der Saison, am 11. März in Trondheim, war Leyhe schwer gestürzt und hatte sich einen Kreuzbandriss zugezogen - nur wenige Woche nach dem größten Erfolg seiner Karriere, dem Sieg bei seinem Heimspringen in Willingen. "Wie sagt man immer so schön? Freud und Leid liegt sehr nah beieinander", blickt Leyhe im Gespräch mit dem hr-sport zurück. "Es war ein wildes Durcheinander."

Der erste Weltcup-Sieg habe ihm die Stärke gegeben, das Ganze durchzustehen, berichtet er. Nach Operation und Reha geht es inzwischen deutlich aufwärts. "Mir geht’s soweit gut, körperlich alles wieder im Aufbau, im Alltag habe ich keine Probleme mehr." Leyhe joggt und fährt Fahrrad, an Training auf der Schanze ist aber noch nicht zu denken. "Jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich noch Zeit brauche, aber schon richtig hibbelig bin."

Längerfristige Pläne

Eine Prognose für die kommende Saison, die im November startet, kann der im Schwarzwald lebende Nordhesse nicht abgeben. "Ich weiß nicht, wann und ob ich in dieser Saison überhaupt springen werde." Deshalb sind seine Pläne längerfristig ausgerichtet: "Ich wünsche mir, dass ich keine allzu großen Rückschläge habe, eines Tages wieder ganz oben auf der Schanze stehe und um die vorderen Plätze mitfighte."

Leyhe macht sich zudem Gedanken darum, wie die Corona-Krise die Skisprung-Welt beeinflussen könnte - bis hin zu Springen vor leeren Rängen. "Willingen oder die Vier-Schanzen-Tournee ohne Zuschauer wäre schwierig vorstellbar. Diese emotionale Komponente fällt dann wahrscheinlich weg." Der 28-Jährige hofft, dass zumindest ein Teil der Zuschauer da sein kann - und im besten Fall Leyhes Comeback noch 2020/2021 bejubelt.