Stephan Leyhe

Nach überstandenem Kreuzbandriss absolviert Skisprung-Ass Stephan Leyhe aktuell wieder die ersten Sprünge. Dabei hat er ein klares Ziel vor Augen: Ein Winter, in dem alles wieder halbwegs normal sein wird.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Skispringer Stephan Leyhe im Interview: "Freue mich mega auf den Winter"

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Nein, ein normaler Winter war es für Stephan Leyhe nicht. Wegen eines Kreuzbandrisses war der Team-Weltmeister von 2019 in der Skisprungsaison ohnehin zum Zuschauen verdammt. Und dann war durch die Pandemie sowieso alles anders als sonst. Verletzung, Corona und Weltcups vor Geisterkulissen: "Es war auch für mich ein besonderer Winter", so Leyhe im Interview mit dem hr-Sport.

Vor fast genau einem Jahr zog sich der Willinger (Upland) bei einem Sprung in Trondheim den Kreuzbandriss zu und entschied sich dann früh dafür, die Saison 2020/21 auszusetzen, um den Genesungsprozess nicht zu überstürzen. "Es war meine erste große Verletzung und eine komplett neue Situation", so Leyhe. "Vor genau einem Jahr saß ich in der Wohnung und konnte nichts machen, außer auf der Couch zu liegen."

"Es war sehr, sehr seltsam"

Was folgte, war die Reha, Leyhes erste überhaupt. "Bei so einer Verletzung ist es wichtig, ein Ziel zu haben, aber auch kleine Schritte zu gehen. Ich bin gut durch die Verletzung gekommen." Als die Saison startete, konnte er sogar bei einigen Wettkämpfen anwesend sein. "Ich durfte zwei, drei Mal live vor Ort dabei sein. Es war sehr, sehr seltsam", so Leyhe.

Zu den Teams habe er nicht gekonnt, auch der Aufwand wegen der Hygienemaßnahmen und Tests sei augenfällig gewesen. Das klassische Skisprung-Feeling stellte sich nur schwer ein. "Es war die richtige Entscheidung, den Winter vorm Fernseher zu verbringen."

"Ganz befreit über die Schanze drüberrutschen"

Das soll sich im nächsten Winter aber gern wieder ändern. Seit nun zwei Wochen steht Leyhe wieder auf der Schanze, erste Sprünge absolvierte er problemlos. "Es geht erst einmal um die Gewöhnung ans Gerät", so Leyhe. "Einfach ganz befreit über die 70-Meter-Schanze drüberrutschen, die Geschwindigkeit spüren, die Luft unter den Skiern, die Landung. Weiterarbeiten, verbessern, verfeinern, Schritt für Schritt, um dem Knie wieder 100 Prozent zu vertrauen."

Und um dann im Winter wieder unter Wettkampfbedingungen zu springen, im Idealfall unter halbwegs normalen Bedingungen. "Ich bin ehrlich froh, dass mir der Sieg in Willingen noch vor Zuschauern geglückt ist. Ich freue mich mega drauf, wenn es im nächsten Winter wieder halbwegs normal sein wird."