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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Leyhe: "Jedes Jahr wieder ein Angriff"

Stephan Leyhe bei der Nordischen Ski-WM

Nach seiner Verletzung im Frühjahr fiebert Skispringer Stephan Leyhe dem Weltcup-Auftakt entgegen. Im Interview spricht er über die durchwachsene Vorbereitung, seinen neuen Bundestrainer und die Chancen auf einen weiteren Podest-Platz.

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Der Willinger Stephan Leyhe ist Hessens Skisprung-Ass. Bei der Vierschanzentournee 2018/19 landete er auf einem starken dritten Gesamtplatz. Über die neue Saison, die am Wochenende mit dem Weltcup im polnischen Wisla startet, haben wir mit Leyhe im Interview gesprochen.

hessenschau.de: Herr Leyhe, es geht auf den Weltcup-Auftakt zu. Nach Ihrem Sturz im März in Oslo: Wie geht es Ihnen aktuell?

Stephan Leyhe: Mir geht's gesundheitlich sehr gut. Ich bin körperlich topfit, vom Fuß her spüre ich gar nichts mehr. Klar, im Frühjahr musste ich ein bisschen anders trainieren und mehr Physiotherapie machen. Aber seit August, September ist das Thema eigentlich durch.  

hessenschau.de: Die Ergebnisse beim Sommer-Grand-Prix waren eher durchwachsen. Sind Sie denn mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden?

Leyhe: Mit dem Sommer bin ich nicht ganz zufrieden. Das hat aber auch mit der Verletzung zu tun, weil ich im Frühjahr nicht ganz so trainieren konnte, wie ich wollte. Dann gab es viele Veränderungen bei uns. Aber in den letzten Wochen sind mein Niveau und meine Performance durchaus besser geworden. Ich bin zuversichtlich.

hessenschau.de: Mit Stefan Horngacher haben Sie einen neuen Bundestrainer. Was macht Horngacher anders als sein Vorgänger Werner Schuster?

Leyhe: Beide sind vom Wesen ganz anders. Stefan ist detailversessen und bringt damit neue Impulse ins Team. Manche Inhalte sind auch sehr ähnlich, aber er vermittelt es einfach anders.

hessenschau.de: Vergangene Saison waren aus Ihrem eigenen Team nur Markus Eisenbichler und Karl Geiger am Ende in der Weltcup-Wertung vor Ihnen. Können Sie dieses Jahr einen draufsetzen?

Leyhe: Letztes Jahr war der Abschluss ein bisschen doof. Mein Ziel waren die Top Ten, am Ende bin ich Elfter geworden. Das ist mein Wunsch, jetzt in die Top-Ten-Gesamtwertung zu kommen. Und dafür werde ich mein Bestes geben. Neues Jahr, neues Glück.

hessenschau.de: Die Vierschanzentournee, Ihr Heimspiel in Willingen, die Skiflug-WM – die Saison ist voller Highlights. Haben Sie auf ein bestimmtes hingearbeitet?

Leyhe: Nein. Unsere Saison geht vier Monate, da ist es wichtig, dass man die gesamten vier Monate fit ist und auf einem hohen Niveau springt. Man könnte schon auf einen Wettbewerb hin trainieren, aber das Selbstvertrauen holt man sich ja vorher schon. Und dafür muss man auch ein gutes Niveau haben.

hessenschau.de: Die letztjährige Vierschanzentournee war für Sie mit Gesamtrang drei extrem erfolgreich. Schaffen Sie es wieder aufs Podest?

Leyhe: Die Chance ist sehr groß. Es ist ja ein Wunsch der Deutschen, mal wieder jemanden ganz oben stehen zu haben. Letztes Jahr waren zwei auf dem Podest (Leyhe Dritter, Markus Eisenbichler Zweiter; Anm. d. Red.), davor ist Andreas Wellinger Zweiter geworden. Wir sind immer ganz knapp dran gescheitert, dass es einer von uns schafft. Aber es ist jedes Jahr wieder ein Angriff. Und wer dann am Ende ganz oben steht, ist bei uns eigentlich ganz egal.

hessenschau.de: In der Vergangenheit konnten Sie den einen oder anderen Erfolg im Teamwettbewerb verbuchen. Welche Rolle spielt die deutsche Mannschaft im kommenden Winter?

Leyhe: Schwer zu sagen. Wir haben unser Weltmeisterteam dabei und auch ein paar Jüngere, die sich ebenfalls präsentieren und einbringen wollen. Im Endeffekt ist es wichtig, dass immer die besten Vier springen, um das Team bestmöglich zu repräsentieren. Aber das Team besteht aus noch viel, viel mehr Personen als denen, die dann springen.

hessenschau.de: Sie sind der einzige Hesse im Team. Kommen neue hessische Talente aus Willingen nach?

Leyhe: Ich hoffe. Das ist ein super Stützpunkt da oben, die gute Arbeit machen. Es wäre schön, wenn da bald mal wieder einer durchkommt.

Das Gespräch führte Patrick Stricker.