Collage: Eishockey-Spieler aus Bad Nauheim, Frankfurt und Kassel

Ob in Kassel, Bad Nauheim oder Frankfurt: Eishockey made in Hessen ist so attraktiv wie lange nicht mehr. Während sich die Huskies an der Tabellenspitze der DEL2 sonnen, freuen sich Rote Teufel und Löwen auf ein ganz besonderes Derby.

In der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) gibt derzeit fast ausschließlich das Trio der Hessen-Clubs den Ton an. Die Kassel Huskies und der EC Bad Nauheim stehen in der Tabelle ganz oben, die Löwen Frankfurt – seit Jahren ein Spitzenteam in der zweiten Liga – bleiben mit wenigen Punkten Rückstand in Schlagdistanz. Wir haben fünf Fakten gesammelt, die zeigen: Eishockey-Hessen ist so cool wie lange nicht mehr.

1. Kassel rockt die Liga

Herkules hat allen Grund, stolz zu sein. Die Kupferstatue des griechischen Halbgottes, die im Bergpark Wilhelmshöhe über den Dächern Kassels thront, bekommt derzeit in schöner Regelmäßigkeit attraktive Heimspiele des ECK geboten. Zehn Partien, zehn Siege, dazu die volle Ausbeite von 30 möglichen Punkten: Die Eissporthalle am Auestadion, der Zwinger der Huskies, ist zu einer Festung geworden.

Aber auch sonst läuft es bei den Schlittenhunden hervorragend. Das 4:3 bei Aufsteiger Landshut am vergangenen Dienstag – erkämpft nach einem 0:3-Rückstand – war ihr sechster Sieg in Folge. 81 Tore in 19 Spielen sind Liga-Bestwert. Und die Tabellenführung mit sieben Punkten Vorsprung vor Verfolger Bad Nauheim eine mehr als verdiente Momentaufnahme.

2. Bad Nauheim mischt ganz oben mit

Apropos Bad Nauheim: Die Roten Teufel aus der Wetterau spielen bislang ihre vielleicht beste DEL2-Saison aller Zeiten. In einer ohnehin überraschend besetzten Spitzengruppe entpuppt sich der ECN vor Bad Tölz und Heilbronn als einer der heißesten Play-off-Anwärter. Langjährige Spitzenteams wie Bietigheim und auch Meister Ravensburg müssen sich erst einmal hinten anstellen.

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Löwen Frankfurt - Rote Teufel Bad Nauheim
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Die große Stärke der Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer: Vor allem gegen besagte Spitzenteams präsentieren sich die Roten Teufel besonders feurig. Siege wie jene in Bietigheim (2:0) oder in Ravensburg (3:2) werden durch Derbyerfolge in Frankfurt (5:2) oder Schützenfeste gegen Crimmitschau (8:3) vergoldet. Kurzum: Der Aufsteiger von 2014 hat sich mittlerweile in der DEL2 etabliert, eine erneute Viertelfinalteilnahme wie in den vergangenen zwei Jahren scheint mehr als realistisch.

3. Aus einem Derby wird ein Top-Spiel

Und nun, als wären die Spielplangestalter Drehbuchautoren aus Hollywood und hätten bereits im Sommer die Tabellenkonstellation von Mitte November vorausgeahnt, kommt es am Freitag (19.30 Uhr) zu einem Derby-Kracher: Kassel gegen Bad Nauheim, Erster gegen Zweiter, Nordhessen gegen Wetterau. Ein Mal hat es diese Paarung im Laufe dieser Saison bereits gegeben: Anfang Oktober verließen die Huskies das Colonel-Knight-Stadion in Bad Nauheim mit einem 5:0-Auswärtssieg im Gepäck.

Doch ECK-Trainer Tim Kehler macht genau das, was jeder besonnene Coach in so einem Moment macht: Er warnt. "Es wird ein schwieriges Spiel gegen eine andere Mannschaft als bei unserem ersten 5:0-Sieg. Bad Nauheim steht auf Platz zwei, hat die letzten vier Spiele gewonnen. Es wird ein harter Test." Und ein Top-Spiel zur richtigen Zeit.

4. Frankfurt bleibt in Schlagdistanz

So viel also zu Kassel und Bad Nauheim. Und die Löwen Frankfurt? Der DEL2-Meister von 2017, der 2004 unter dem Namen Frankfurt Lions Deutscher Meister in der DEL wurde, ist auch in dieser Saison wieder in der Spitzengruppe zu finden. Nach 19 Spieltagen stehen 32 Punkte und elf Siege zu Buche, darunter beispielsweise ein prestigeträchtiger 6:3-Derbyerfolg gegen die Huskies. Als aktuell Tabellenfünfter hat Frankfurt nur zwei Zähler Rückstand auf die Heilbronner Falken auf Rang vier, der am Ende der Hauptrunde das Heimrecht fürs Play-off-Viertelfinale bedeutet.

Einen größeren Wermustropfen gibt es für die Löwen allerdings doch. Kapitän Adam Mitchell hat sich beim Sieg gegen Ravensburg (4:3 n.V.) am vergangenen Wochendene eine Oberkörperverletung zugezogen und fällt noch rund fünf Wochen aus. "Der Ausfall von Adam wiegt besonders schwer", sagte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. "Als Kapitän der Löwen ist er nicht nur auf dem Eis, sondern auch in der Kabine extrem wichtig. Jetzt gilt es für das Team, noch enger zusammenzurücken."

5. Das Winter-Derby rückt immer näher

Mitchell wird damit nicht nur bis Jahresende mehrere Saisonspiele verpassen, sondern auch ein absolutes Highlight dieser Spielzeit: das Winter-Derby gegen den EC Bad Nauheim, ein Event Game im Fußball-Stadion von Kickers Offenbach auf dem Bieberer Berg. Rund 13.500 Tickets sind für das Duell "Kurstadt gegen Metropole", das der ECN als Heimmannschaft ausrichtet, bereits verkauft.

"Wer das Winter-Derby verpasst, hat Eishockey nie geliebt", ließen sich Geschäftsführer Andreas Ortwein sowie Löwen-Gesellschafter Stefan Krämer am Donnerstag in einem Interview beider Vereine unisono zitieren. Selbst wer am 14. Dezember nicht auf den Bieberer Berg nach Offenbach pilgert, muss dieses Spiel nicht verpassen: Das hr-fernsehen und hessenschau.de im Stream übertragen die Partie zur allerbesten Sendezeit ab 20.15 Uhr live. Schließlich ist Eishockey made in Hessen so attraktiv wie lange nicht mehr.