In Wiesbaden wird trotz der Coronakrise Ende September scharf geschossen: Während fast alle sportlichen Großveranstaltungen abgesagt werden, findet der City Biathlon statt. Mit Spezial-Regeln für Fans und Sportler. Und prominenten Startern.

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City-Biathlon Wiesbaden 2019
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Der Frankfurt Marathon Ende Oktober? Abgesagt. Der Ironman Frankfurt? Auf nächstes Jahr verschoben. Der Radklassiker Eschborn-Frankfurt? Nach viel Irrungen und Wirrungen ebenfalls abgeblasen. Der City Biathlon in Wiesbaden? Findet statt. Trotz der Coronakrise und steigender Fallzahlen lässt sich die Landeshauptstadt nicht lumpen und lockt auch in diesem Jahr Top-Athleten aus zehn Nationen an den Rande des Kurparks.

"Wir sind sehr glücklich, eine Corona-konforme Umsetzung in diesen herausfordernden Zeiten gefunden zu haben", sagte Veranstalter Ralf Niedermeier auf einer Pressekonferenz am Dienstag und bestätigte damit noch einmal, was schon vorher feststand: Ende September gibt es in Wiesbaden die Corona-Ausgabe einer sportlichen Großveranstaltung. "Das ist nicht selbstverständlich", heißt es dazu in der offiziellen Pressemitteilung.

Ein paar Zuschauer dürfen zugucken

Doch wie genau soll das funktionieren? Laut der Organisatoren wurde ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet, das sowohl Sportler als auch Fans betrifft. Zuschauer wird es, anders als etwa im Fußball, zwar definitiv geben. Die großen Tribünen am Bowling Green, wo traditionell der Schießstand ist, passen aber ebenso wenig zu Abstands- und Hygieneregeln wie unkontrollierte Menschen-Ansammlung an der Strecke. Die Lösung: Zwei abgesperrte Bereiche, in die "einige hundert namentlich registrierte Fans" hinein dürfen. Der Rest ist Sperrzone.

"Ich bin sehr froh, dass auch Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, trotz Pandemie die Veranstaltung live zu erleben", kommentierte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) die Maßnahmen. Wenige Zuschauer sind besser als kein Zuschauer.

City Biathlon bleibt in Wiesbaden

Nachwuchs- und Promirennen wird es dieses Mal zudem nicht geben. Auf Änderungen müssen sich aber auch die Athleten einstellen. Das prominente Starterfeld, das von Weltcup-Gesamtsieger Johannes Thingnes Bö, der mehrmaligen Weltmeisterin Dorothea Wierer und der hessischen Lokalmatadorin Karolin Horchler angeführt wird, muss sich auf eine neue Streckenführung und etwas weniger Applaus einstellen. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist der Rundkurs kürzer gesteckt, die publikumswirksame Athleten-Präsentation findet zudem ausschließlich via Social Media statt.

Damit diese Light-Version des City-Biathlons allerdings nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt, nutzten Stadt und Veranstalter die Gelegenheit und verlängerten am Dienstag gleich auch noch die Verträge um zwei Jahre. Heißt: Auch 2021 und 2022 werden Biathleten und Biathletinnen mit Inline-Skates und Kleinkalibergewehren durch die Wiesbadener Innenstadt fegen. Dann, so hofft Niedermeier, wieder mit 15.000 Zuschauern.