Lisa Mayer

Noch ist Lisa Mayer nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert, die Vorfreude ist dennoch riesig. Das Ticket für Tokio will die Athletin vom Sprintteam Wetzlar sich noch holen – auch weil Sport in der aktuellen Phase für sie ein Privileg ist.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sprinterin Mayer: "Es ist super aufregend"

Lisa Mayer
Ende des Audiobeitrags

Ein Olympia-Dorf voller Gebote und Sorgen, Wettkämpfe ohne eigene Fans und harscher Umfrage-Gegenwind aus Japan: Noch nie war das mit der Vorfreude auf die Olympischen Spiele so kompliziert wie in diesem Jahr. Das weiß auch Lisa Mayer. "Ich kann verstehen, dass auch negative Stimmen aufkommen", sagte sie im Gespräch mit youfm. "Es ist ein schwieriges Thema und ich möchte nicht in der Haut stecken, das zu entscheiden."

Sollte Olympia in diesem Sommer tatsächlich stattfinden, dann wäre die Athletin vom Sprintteam Wetzlar gern mit dabei. "Natürlich kann man sich freuen, weil es immer noch das größte Ereignis ist", so Mayer. Die Olympischen Spiele, sie haben immer noch eine besondere Strahlkraft, auch für die Sprinterin. Und das, ob obwohl sie schon einmal mit dabei war. "Ich habe das 2016 in Rio miterlebt. Ich bin sehr gespannt, wie es in Tokio aussehen wird. Und inwieweit es olympisches Flair geben wird."

Drei Tickets für Tokio

Das wünscht sich die 25-Jährige, auch wenn sie noch nicht weiß, ob sie dabei ist. "Es ist super aufregend", sagt Mayer mit Blick auf die ausstehende Olympia-Qualifikation. "Die Ungewissheit ist nicht immer schön, aber ich freue mich jetzt auch auf die spannende Zeit. Vielleicht ist es auch das, was mich zu Höchstleistungen treibt: Der Konkurrenzkampf um die drei Tickets für Tokio." Eines davon will die Sprinterin holen – und ist überzeugt, dass sie es schaffen kann. "Ich gehe da mit viel Selbstbewusstsein rein."

Denn am Ziel Olympia ändern auch die verschärften Regelungen vor Ort nichts. In Tokio wurde der Corona-Notstand wegen steigender Infektionszahlen bis 31. Mai verlängert. Ein für den 17. und 18. Mai geplanter Besuch von IOC-Präsident Thomas Bach in Japan ist deshalb verschoben worden. Inzwischen gibt es zudem Petitionen gegen die Spiele, die viele Menschen unterzeichnet haben.

Sport als Privileg

Japans Olympia-Verantwortliche und das IOC aber wollen an den Plänen für die Austragung der schon um ein Jahr verschobenen Sommerspiele festhalten. Für den Weg zum Edelmetall gelten allerdings strikte Regeln: mit täglichen Corona-Tests, Abstandsgeboten und spürbaren Bewegungseinschränkungen in einer Olympia-Blase.

Für Sprinterin Mayer ist Leistungssport in der aktuellen Phase dennoch alles andere als selbstverständlich. "Wir sind sehr privilegiert", sagt sie über die aktuellen Trainingsbedingungen. "Natürlich gilt bei uns auch Maskenpflicht, aber wir können in der Gruppe zu fünft trainieren." So könnten sie auch Wettkampfsituationen simulieren. "Da sind wir sehr dankbar." Und so sollte es doch auch klappen, mit dem Ticket für Olympia.