SUP-Board

Stand-up-Paddling ist der große Trend des Sommers – aber Stehpaddeln ist nicht nur etwas für Hobbysportler: Im September stehen in Hessen die Deutschen Meisterschaften auf dem Programm.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stand-up-Paddling: Vom Trend zum Wettkampf

Stand Up Paddling, Winter
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Ob auf Badeseen, Flüssen oder auf dem Meer: Stand-up-Paddler sind diesen Sommer wirklich überall zu sehen. Die Mischung aus Surfen und Paddeln ist nach den USA und Australien auch in Europa und Deutschland angekommen. Kanuvereine rufen eigene SUP-Abteilungen ins Leben, an den großen deutschen Flüssen gibt es vielerorts SUP-Schulen, und sogar in den Discountern kann sich mittlerweile jeder ein aufblasbares Board kaufen.

Ein Trend, über den sich Bernd Kickel freut. Er ist Referent für Stand-up-Paddling im hessischen Kanuverband. Vor allem in diesem Jahr seien viele SUPler auf dem Wasser. "Auch Corona dürfte den Trend weiter befördert haben", vermutet Kickel. Denn beim Paddeln auf dem SUP lässt sich der Abstand ohne Probleme einhalten, die Menschen zog es vermehrt nach draußen in die Natur.

Deutsche Meisterschaften in Hanau

Wer denkt, SUPler paddeln nur fröhlich und entspannt ihre Feierabendrunde auf dem Main, der täuscht sich. Denn unter dem Reglement des Dachverbands, der German Stand up Paddle Association, werden regelmäßig Wettkämpfe veranstaltet. In Hessen finden in den kommenden Wochen gleich zwei Veranstaltungen statt: die Hessischen Meisterschaften in Kassel (5.9.) und die Deutschen Meisterschaften in Hanau (26./27.9)..

Unter den Veranstaltungsbeschränkungen im Sport litt auch die deutsche SUP-Wettkampf-Szene: Die Meisterschaften in Hanau sollten ursprünglich am Bodensee ausgetragen werden. Dass sie nun nach Hessen kommen, freut Kickel: "Ich freue mich über jeden Wettkampf der stattfindet, wobei das, wenn man sich die momentanen Entwicklungen anschaut, auch jederzeit wieder kippen kann."

Mehrere Disziplinen im Wettkampf

Wie vielseitig die Sportart sei, zeige auch die Anzahl der Disziplinen, erklärt der Experte. In Deutschland würde vor allem zwischen drei großen Renndisziplinen unterschieden: Im Sprint legen die Paddler zwischen 150 und 250 Meter zurück, auf Langstrecken-Rennen werden Distanzen zwischen 4.000 und 10.000 Metern absolviert – je nach Leistungsklasse.

Außerdem gibt es sogenannte Technical-Races. Dabei sprinten die Teilnehmer bis zu einer Wendeboje, fahren um diese herum und absolvieren so mehrere Runden. Bei dieser Disziplin liege der Schwerpunkt auf der Wende, erklärt Kickel.

Kanu- oder Surfsport?

Seit Jahren gibt es zwischen dem Kanu- und dem Wellenreiter-Weltverband einen Streit, welchem Verband Stand-up-Paddling zuzuordnen ist. Beide Verbände beanspruchen die Sportart für sich. Bei der Diskussion, ob Stand-up-Paddling olympisch werden soll, war die Uneinigkeit nicht hilfreich. Als olympische Trendsportarten für Tokio kamen Surfen und Skateboarden dazu.

Stand-up-Paddling ist nicht auf jedem Gewässer erlaubt, oder nur unter bestimmten Auflagen. Auf dem Main in Frankfurt muss man beispielsweise eine Lizenz besitzen, um bei manchen SUP-Schulen Boards ausleihen zu können. Nützlich sind diese Lizenzen auch bei einer Kontrolle durch die Wasserschutzpolizei. Die Lizenz erhält man meistens nach einem Kurs. Eine Art SUP-Führerschein gibt es aber nicht.

SUP-Instructor befürwortet Schulungen

Bernd Kickel, der auch selbst SUP-Instructor ist, befürwortet die Teilnahme an einer Grundlagenschulung. Viele Hobby-Paddler gingen zu unbesorgt an den Sport heran und wüssten nicht, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten sollen.