Bad Homburg WTA Rasen

Die Corona-Pandemie zwang auch die Tennis-Turnier-Premiere in Bad Homburg in die Knie. Der Rasenplatz ist dennoch fast fertig. Profis werden aber erst in einem Jahr darauf spielen.

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Christian Engelmann Bad Homburg still
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Christian Engelmann und sein Team haben immer noch eine Menge zu tun. Sie arbeiten, als wäre nichts passiert. Pflege hier, Beobachten dort - nichts wird dem Zufall überlassen. Das Problem ist nur: Der Rasen, den Engelmann, Inhaber einer Sportrasen-Pflegefirma, und seine Mitarbeiter betreuen, wird im Sommer eigentlich nicht benötigt. Denn er liegt in Bad Homburg. Und das dortige WTA-Turnier im Tennis wurde bereits vor Wochen wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Was für die Veranstalter eine mittelschwere Katastrophe ist, ist für Engelmann, da ist er ganz ehrlich, eigentlich nicht so schlimm. Fast sogar gut. Denn der grüne Untergrund ist eine vertrackte Sache. "Tatsächlich sollte man den Rasen ein Jahr pflegen, bevor darauf gespielt wird", sagt Engelmann und fügt offen hinzu: "Zugegebenermaßen ist es für uns fast am wenigstens schlimm."

Hektik bei der Pflege ist raus

So hat der Platz nun ein Jahr mehr Zeit, um von Engelmann und seinem Team auf Turnierniveau getrimmt zu werden. Dass es in Bad Homburg ein WTA-Event gibt, war lange nicht klar. Erst im Spätsommer gab es das "Go" aus Wimbledon, das die Lizenz-Rechte für die Vorbereitungsturniere verteilt.

Dementsprechend knapp war die Kalkulierung seitdem. Immerhin musste ein Sandplatz auf dem Clubgelände in Bad Homburg in den neuen Center Court umgewandelt werden. Keine alltägliche Sache. Der Platz wäre fertig geworden, betont Engelmann, nun ist aber die Hektik raus.

"Unsere Rasen sind Sportrasen"

Bereits auf den ersten Blick ist sichtbar, dass der Platz an der einen oder anderen Stelle weiterhin Pflege benötigt. Fertig ist in Bad Homburg noch nichts. "Der Rasen verlangt tägliche Pflege", erläutert Engelmann. "Es geht immer darum, dass man mit Herzblut dabei ist. Man befasst sich quasi mit einem Lebewesen."

Aber auch er muss eingestehen: "Unsere Rasen sind Sportrasen. Und die sind dafür da, dass sie genutzt werden. Insofern ist es eine Katastrophe für die meisten Beteiligten, dass in diesem Jahr kein Turnier darauf stattfindet." Die Premiere wird um ein Jahr verschoben, das erste Mal trifft sich die Weltelite nun im Sommer 2021 in Bad Homburg.

Mitglieder dürfen auf den Platz

Bei aller betonten Gelassenheit herrscht in Bad Homburg daher auch ein klein wenig Frust. "Die Entscheidung war nachvollziehbar", erklärt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), "aber für uns natürlich eine riesige Enttäuschung, da wir von der Stadt Bad Homburg viel Herzblut in die Organisation gesteckt haben."

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Alexander Hetjes Bad Homburg still
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Und dennoch: Dass der Platz für niemanden fertig gemacht wird, stimmt freilich auch nicht ganz. Die Mitglieder des altehrwürdigen TC Bad Homburg dürfen den Rasen-Court benutzen. Eigentlich erst nach dem Turnier. Durch die Corona-Pandemie haben nun sie die Ehre, den fertigen Platz einzuweihen. Das hat ja auch etwas.