Timo Boll

Der Odenwälder Tischtennis-Star Timo Boll reist trotz seines hohen Alters mit großen Erwartungen zur Weltmeisterschaft in die USA. Ihn seine Karten spielt vor allem der Kader der Chinesen.

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Europameister Timo Boll aus Erbach (Odenwald) fliegt optimistisch zur ersten Tischtennis-Weltmeisterschaft in den USA. "Im Moment funktioniert der Körper. Das ist das Wichtigste. Wenn das bis zur WM so bleibt, traue ich mir auch ein bisschen was zu", sagte der 40-Jährige am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des deutschen Teams. "Das Niveau ist mittlerweile so eng beieinander. Man kann sich keine Schwäche erlauben. Man muss zusehen, dass man selbst gut spielt. Dann ist für mich alles möglich - von der Medaille bis zum Endrunden-Aus."

Boll hat in diesem Jahr bereits den EM-Titel im Einzel gewonnen, bei den Olympischen Spielen in Tokio aber erneut das Viertelfinale verpasst. Danach verzichtete er auf eine Teilnahme an der Team-EM und an dem europäischen Top-16-Turnier, um sich ganz auf seinen Verein Borussia Düsseldorf und auf die WM vom 23. bis 29. November zu konzentrieren.

China lässt die Besten daheim

In Houston zählt der Rekord-Europameister im Einzel auch deshalb zu den Medaillenkandidaten, weil aus dem deutschen Team der Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov (Knöchel-Operation) fehlt und weil die übermächtigen Chinesen ohne den Olympiasieger Ma Long und den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Xu Xin antreten werden.

"Ich denke schon, dass sie mit Blick auf die nächsten Olympischen Spiele ihre jungen Spieler testen wollen", sagte Boll über die Chinesen. "Aber ob es für den Rest der Welt nun wirklich besser aussieht, wird man sehen. Zumindest waren einige jüngere Chinesen nicht ganz so konstant in ihren Leistungen." Klarer Favorit auf den WM-Titel ist für ihn jetzt der Weltranglisten-Erste Fan Zhendong.