Timo Boll winkt in die Zuschauerränge
Timo Boll wird in Wetzlar letzmals an einer DM teilnehmen. Bild © Imago Images

Timo Boll wird in Wetzlar zum letzten Mal an der Tischtennis-DM teilnehmen. Der Odenwälder begründet seinen künftigen Verzicht mit gestiegenen Belastungen auf internationaler Ebene. An ein Karriereende verschwendet der Routinier aber noch keine Gedanken.

Rekordsieger Timo Boll schlägt am Wochenende bei den deutschen Tischtennis-Meisterschaften in Wetzlar zum letzten Mal auf. "Ich muss wegen der immer größeren Zwänge auf internationaler Ebene irgendwo einen Strich ziehen", begründete der zwölfmalige Meister und Weltranglistenfünfte aus Höchst im Odenwald am Dienstag.

Das DM-Turnier sei ihm immer wichtig gewesen, "aber uns wird immer mehr abverlangt", erklärte der bald 38 Jahre alte Europameister weiter. Die Belastungen für die Spieler sind durch die Reformen der Weltrangliste im vergangenen Jahr und der zu Jahresbeginn erfolgten Umstrukturierung der World Tour immens gestiegen.

Quali für Olympia 2020 im Visier

Einerseits zählen seit 2018 nur noch die acht besten Turnierergebnisse für die Einstufung im Ranking, andererseits ist die Teilnahme an wichtigen Turnieren die Voraussetzung für Starts bei Top-Wettbewerben mit hohen Preisgeldern und vor allem hohen Punktzahlen für die Weltrangliste - und damit auch für die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020. 

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Die deutschen Meisterschaften in Wetzlar sind auch Thema in der heimspiel!-Sendung am Samstag (17.15 Uhr).

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"In dieser Situation muss ich mir gut überlegen, welche Turniere ich spiele, und gut dosieren", sagte Boll: "Ich habe schon meine Trainingsumfänge stark reduziert, um meinem Körper nicht zu viel zuzumuten. Aber irgendwann muss ich eben auch an die Wettkämpfe ran. Wenn ich international weiter mithalten und auch noch für die Nationalmannschaft und meinen Verein Leistung bringen möchte, fallen da jetzt leider nationale Wettbewerbe raus."

"Angst" vor dem Karriereende

Seit seinem DM-Debüt 1998 in Saarbrücken mit dem Titelgewinn verpasste der frühere Weltranglistenerste lediglich drei DM-Turniere, zuletzt 2016. Außer bei seinen zwölf Titeln stand Boll noch drei weitere Male im Endspiel. Dreimal war für den Linkshänder bereits im Halbfinale Endstation.

Als Abschied auf Raten will der Routinier seinen Entschluss nicht werten. "Ich hoffe das zumindest nicht. Solange ich Spaß habe und mein Körper mitmacht, möchte ich weiterspielen, denn vor dem Ende habe ich viel mehr Angst, als dass ich es herbeisehnen würde", sagte er. Bolls Vertrag beim deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf läuft noch bis 2022.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel am samstag, 2.3.2019, 17.15 Uhr