Para-Tischtennis-Spielerin Juliane Wolf 2016 in Rio

Juliane Wolf hat einen Traum: eine Medaille bei den Paralympischen Spielen in Tokio gewinnen. Doch eine Herzmuskelentzündung infolge einer Corona-Infektion könnte den Traum der Frankfurterin platzen lassen.

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Die Frankfurter Para-Tischtennis-Nationalspielerin Juliane Wolf leidet als Folge einer Corona-Infektion an einer Herzmuskelentzündung. "Damit ist nicht zu spaßen, ich muss mich wirklich schonen. Meine Kardiologin hat gesagt, ich soll darauf achten, dass mein Puls nicht über 120 geht – damit ist normales Training momentan so gut wie ausgeschlossen", sagte die 32-Jährige.

Wolf und ihr Lebensgefährte Thomas waren im November an COVID-19 erkrankt. Mit Schwindel, Übelkeit, allgemeiner Erschöpfung sowie dem Verlust des Riechens und Schmeckens seien die Symptome zunächst nicht allzu "schwerwiegend" gewesen, teilte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) mit. Eine sportmedizinische Untersuchung habe auch keine Anzeichen für Nachwirkungen der COVID-19-Erkrankung ergeben. Die Herzmuskelentzündung wurde dann zufällig entdeckt.

Warnung für alle Sportler

Wolf, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Goethe Universität in Frankfurt, nahm dort an einer Studie zu Herzmuskelentzündungen als Folge von Corona-Infektionen teil. Dort wurde die sogenannte Myokarditis dann festgestellt, die einen besonderen Risikofaktor für den plötzlichen Herztod darstellt. 

Die unter Haltungs- und Bewegungsstörungen leidende Mannschaftseuropameisterin von 2017 sieht ihren Fall als "Warnung" für alle Sportler, "sich unbedingt gründlich untersuchen zu lassen, bevor sie wieder ins Training einsteigen", so die Frankfurterin: "Gerade Leistungssportler sind durch ihre hohen Belastungen in einem solchen Fall sehr gefährdet."

Wolf ist bislang im Sport nicht der einzige Fall. Zuletzt war bei Eishockey-Profi Janik Möser vom DEL-Club Grizzlys Wolfsburg ebenfalls eine corona-bedingten Herzmuskelentzündung diagnostiziert worden. Möser stieg am Montag nach zweimonatiger Pause wieder ins Training ein.

Der Traum von Olympia rückt in weite Ferne

Wolf pausiert schon über zwei Monaten mit dem Training, ihr Ziel von einer Medaille bei den Paralympics in Tokio (24. August bis 5. September) rückt damit in weite Ferne. Eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb ist frühestens für Anfang Februar angedacht.

Wolf ist für die Paralympics in Tokio qualifiziert. Doch ob sie wirklich dorthin kann? Die 32-Jährige schaut nach vorne. Sie will alles dafür tun, dass sie ihren Traum von der Medaille, nach Platz vier 4 bei den Spielen 2016 in Rio, in Tokio doch noch in die Tat umsetzen kann.