Ruwen Filus vom TTC Fulda-Maberzell beim Aufschlag

Nach sechs Jahren Abstinenz tritt der TTC Fulda-Maberzell endlich wieder im Final Four um den Pokal an. Die Vorfreude ist riesig, die erste Herausforderung noch größer. Gründe für eine Überraschung gibt es dennoch.

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TTC Fulda-Maberzell mit viel Vorfreude

TTC-Profi Ruwen Filus jubelt über seinen Sieg gegen Düsseldorf 2018.
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Es ist keine leichte Aufgabe. Da muss gar nicht drumherum geredet werden. Wenn der TTC Fulda-Maberzell am Wochenende beim Tischtennis-Final Four nach sechs Jahren Abstinenz endlich mal wieder um den Pokal spielen darf, gibt es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass schon nach einem Spiel der Traum geplatzt ist. Denn der Gegner am Austragungsort in Ulm und Neu-Ulm heißt Borussia Düsseldorf.

Wer die Tabelle der Tischtennis-Bundesliga nicht auswendig kennt, bekommt hier die kurzen, prägnanten Fakten schnell zusammengefasst: Die Rheinländer sind Tabellenführer, haben bisher alle elf Spiele gewonnen und dabei gerade einmal mickrige sechs Sätze verloren. So sieht Dominanz aus, keine Frage.

Boll ist nicht dabei

Und genau gegen diese Düsseldorfer muss der TTC nun sein Glück probieren. Völlig ohne Chance sind die Osthessen freilich nicht. Kurz vor Weihnachten kam es bereits zum Aufeinandertreffen der beiden Teams - und einen der verlorenen Sätze kassierten die Düsseldorfer beim TTC. Ganz chancenlos sind Ruwen Filus und Co., die in der Bundeliga aktuell auf Rang fünf platziert sind, am Samstag also auch wieder nicht.

Und das hat Gründe. Zum einen fehlt den Düsseldorfern der Odenwälder Timo Boll. Ihn plagt eine Bauchmuskelverletzung, die er sich bei der WM zugezogen hatte. Ein Muskelanriss ist noch nicht "vollständig auskuriert", wie die Borussia bekanntgab. Ein Einsatz am Wochenende komme deshalb "nicht in Frage".

"Wir sind absolut heiß"

Boll werde "seine Mannschaft aber dennoch von der Bank aus unterstützen und reist wie seine Kollegen am Freitag an", hieß es weiter in der Vereinsmitteilung. "Wenn Timo nicht spielt, ist das natürlich eine Chance für uns", betont TTC-Trainer Qing Yu Meng, der trotzdem ehrlich einschätzt: "Düsseldorf ist natürlich der Favorit."

Ein weiterer Grund: die Motivation. Sechs Jahre Final-Four-Abstinenz haben weh getan. "Wir sind absolut heiß", so Meng. "Es ist schön, dass wir endlich mal wieder dabei sind. Wir hatten das vorher nicht eingeplant, haben nun aber unsere Chance genutzt."

Das Hoffen auf die kleine Chance

Und genau deswegen soll nach dem ersten Spiel nicht der Traum direkt platzen. Meng, der sich in den Einzeln durchaus etwas ausrechnet, und sein Team fahren jedenfalls hoch motiviert in den Süden. "Eine kleine Chance haben wir", gibt Meng die Richtung vor. "Dafür muss aber alles perfekt laufen."