Triathlet Patrick Lange

Sportler könnte die Corona-Krise für Betrug nutzen, so der hessische Triathlet Patrick Lange. Denn die Kontrollen sind zwangsläufig deutlich reduziert worden.

Der zweimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange sorgt sich in Zeiten der weltweiten Corona-Krise auch um den sauberen Sport. "Mich würde mal interessieren, wie es mit den Dopingkontrollen weitergeht? Die Grenzen werden geschlossen, wir werden sozial isoliert. Ich habe auch Angst, dass schwarzen Schafen jetzt Tür und Tor geöffnet ist", sagte der 33 Jahre alte Hesse am Samstag in einem Interview der Frankfurter Rundschau. Das sei zwar ein sportspezifisches Problem, aber ansprechen wolle er es: Denn auch die Kontrolleure könnten nicht reisen.

Kontrollsystem aktuell reduziert

Auch in Deutschland hat die Pandemie des Virus Sars-CoV-2 Auswirkungen auf das Kontrollsystem der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Durch Verschiebungen und Absagen vieler Sportereignisse fallen beispielsweise die Wettkampftests weg. Und das Trainings-Kontrollsystem wurde reduziert.

Dabei konzentriere man sich weiter auf die wichtige Gruppe der Perspektivathleten, die sich auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten. "Da müssen wir ein gewisses Kontrollprogramm aufrechterhalten", hatte die Nada-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann jüngst erklärt.

Lange befürchtet Betrug

In Österreich, wo der gebürtige Bad Wildunger Lange sein einiger Zeit lebt (Salzburg), gibt es ebenfalls Einschränkungen: "Das Dopingkontrollprogramm wurde deutlich heruntergefahren und fokussiert auf hohes Dopingrisiko beziehungsweise entsprechende Verdachtslagen." Langes Befürchtung: "Es könnte Sportler geben, die sich diese Situation mit Betrug zunutze machen könnten. Ich habe mir kürzlich beim Radfahren vorgestellt, dass der komplette Leistungssport gerade ohne Kontrollen dasteht."