Patrick Lange beim Ironman Frankfurt
Patrick Lange will die richtige Antwort im Rennen geben. Bild © Imago

Startschuss im Duell der beiden deutschen Top-Triathleten: Nach der verbalen Attacke von Sebastian Kienle in Richtung Patrick Lange meldet sich der Weltmeister aus Darmstadt zu Wort. Seine Antwort: cool bleiben.

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Ironman-Weltmeister Patrick Lange

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Hitziges aus der hawaiianischen Hitze: Rund drei Tage vor der Ironman-WM in Kailua-Kona ist es mit der Ruhe im Urlaubsparadies vorbei. Während sich die Triathleten mit einem Mix aus Nudelessen und Beine hochlegen auf den härtesten Wettkampf der Saison vorbereiten, startete Herausforderer Sebastian Kienle am Mittwoch die erste Attacke in Richtung Patrick Lange. Der Weltmeister überschreite im Rennen regelmäßig Grenzen, warf dieser dem Titelträger aus Darmstadt in der FAZ vor.

Kienle: "Das ist kein Zufall"

"Er hat in den vergangenen vier Jahren immer wieder Zeitstrafen wegen Windschattenfahrens, Blocking oder Coaching bekommen, auch auf Hawaii. Wenn das ständig passiert, ist es kein Zufall", bezichtigte Kienle seinen Konkurrenten der Schummelei. "Wenn man es freundlich ausdrücken will, dann testet er die Grenzen aus, und er überschreitet sie auch." Eindeutige Sätze, eindeutige Meinung. Doch mit welcher Absicht?

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Ironman im Liveticker

Die Ironman-WM auf Hawaii können Sie in der Nacht zum Sonntag auch im Liveticker bei sportschau.de verfolgen. Einen Beitrag gibt es am Sonntagabend ab 19.30 Uhr in der hessenschau.

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"Das ist normales Säbelrasseln", trat der Beschuldigte Lange im Gespräch mit dem hr-sport am Mittwoch (Ortszeit) auf die Eskalationsbremse. Ein paar verbale Scharmützel seien im Vorfeld eines solch großen Events nichts Außergewöhnliches. Die Sieganwärter markieren schon einmal ihr Revier. Ellenbogen raus, um der Anspannung Luft zu machen. "Da ist sicher die Nervosität die treibende Kraft", so Lange. "Es ist ein bisschen schade, wie das zitiert wurde. Aber das gehört zum Wettkampf dazu."

Lange legt die Scheuklappen an

Die beiden langjährigen Weggefährten setzen also auch außerhalb der Schwimm-, Rad-, und Laufstrecke auf unterschiedliche Taktiken. Während Kienle auf dem Rennrad und in der Öffentlichkeit auf Offensive setzt, hält sich Lange in beiden Disziplinen gerne mal zurück. Klug, sagen die einen. Nicht ganz astrein, die anderen. "Dass er sich auf dem Rad immer versteckt und verstecken wird, das kann mich noch so aufregen. Aber das ist sein gutes Recht", erklärt und beschwichtigt der dieses Jahr verletzt fehlende Jan Frodeno.

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Jan Frodeno

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In Abwesenheit des Triathlon-Überfliegers, der im Gegensatz zu Lange eine nahezu perfekte Saison mit Siegen in Frankfurt und bei der Halbdistanz-WM in Südafrika hingelegt hat, steigen die Chancen des Weltmeisters auf die Titelverteidigung. Auch aus diesem Grund setzt der gebürtige Nordhesse auf Abschottung. "Es heißt: cool bleiben und möglichst den Teflon-Anzug anziehen." Nichts lesen, Social Media meiden, die Anschuldigungen abprallen lassen. "Ich konzentriere mich auf mich", so Lange. "Das ist ganz wichtig."

Entscheidend ist auf der Strecke

Zum direkten Aufeinandertreffen der beiden deutschen Favoriten kommt es dann in der Nacht zum Sonntag. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein Marathon. "Dafür braucht man gerade hier auf Hawaii eine Rübe aus Stahl", wie Lange beschreibt. Zeit und Kraft für einen verbalen Konter in Richtung Kienle will er da nicht verschwenden. "Das wird alles auf der Strecke entschieden. Da zählt es."