Spieler der United Volleys gegen

Nach der überraschend geplatzten Teilnahme an der Champions League hat sich der Frust bei den United Volleys ein wenig gelegt. Mit frischem Personal werden neue Ziele angesteuert. Die Ziele werden aber nach unten korrigiert.

Der größte Ärger ist bei Jörg Krick mittlerweile verflogen. "Stand heute habe ich es verarbeitet", sagt der Gesellschafter und Mittlerweile-Ex-Geschäftsführer der United Volleys Frankfurt im Gespräch mit dem hr-sport. "Es", das ist die gemeinsame Entscheidung der Volleyball-Bundesliga (VBL) und des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV), den Tabellenzweiten der wegen Corona vorzeitig beendeten Saison nicht für die Champions League zu melden.

Die Nicht-Nominierung Ende Juli hatte beim hessischen Bundesligisten nicht nur zu sportlichem Frust geführt. Sie hatte auch zur Konsequenz, dass Krick früher als geplant sein Amt als Geschäftsführer der Volleys niederlegte. Das "Trauerspiel um die Champions League" habe er aber mehr oder weniger abgehakt, berichtet Krick. "Ich bin mir sicher, wir hätten es hingekriegt mit drei Champions-League-Startern. Aber man wollte es nicht." DVV-Pokal-Sieger Berlin und Rekordmeister Friedrichshafen sollen nun die deutschen Farben in der Königsklasse vertreten. Der Tabellenzweite der abgelaufenen Saison aus Frankfurt schaut in die Röhre.

 Organisatorischer Mammut-Aufwand

Jörg Krick, Geschäftsführer der United Volleys

Das Angebot, einen Startplatz im drittklassigen Challenge Cup zu besetzen, haben die Volleys dankend abgelehnt. Der Fokus gilt nun dem heimischen Supercup und der Bundesliga, wie Krick erklärt. Und das habe sogar etwas Gutes: "Wir befinden uns momentan mitten in der Corona-Pandemie. Von daher sind wir auch ein Stück weit froh, dass wir solche längeren Reisen wie nach Russland derzeit nicht haben."

Zumal die Aufgaben in der heimischen Fraport-Arena durchaus Kräfte binden. Die Pandemie sorgt in Frankfurt für einen organisatorischen Mammut-Aufwand: "Wie bringen wir die Leute rein?", fragt Krick. "Wie separieren wir die Eingänge? Wie stellen wir sicher, dass Infektionsketten nachvollzogen werden können?" All diese Fragen wollen bis zum Saisonstart im Oktober beantwortet werden. "Das ist nicht nur für den Fußball eine Herausforderung", sagt Krick. "Wir managen diesen Verein mit vier, fünf Menschen und einigen Ehrenamtlichen."

"Nicht in der Lage, ganz oben anzugreifen"

Neu an Bord ist seit dem 1. August mit Guido Heerstraß ein neuer, hauptamtlicher Geschäftsführer bei den Volleys. Der Ex-Profihandballer, der in den 90ern rund 300 Bundesliga-Spiele absolvierte, war zuvor bei Rekordmeister VfB Friedrichshafen in gleicher Funktion tätig. Er kennt sein Handwerk also. "Eine klare Verstärkung im Management", urteilt Krick. "Wir haben mit ihm jemanden gefunden, der das Unternehmen auf der operativen Seite fokussiert voranbringt."

Was konkret zu seinen dringendsten Aufgaben zählt, verrät Heerstraß nicht. Er versichert aber, er werde hinter den Kulissen hart arbeiten, "um im Rhein-Main-Gebiet und in Frankfurt richtig durchzustarten". Auf sportlicher Ebene müsse der Verein vorerst allerdings ein wenig kleinere Brötchen backen, kündigt der 53-jährige Heerstraß an. "Wir haben einen Einschnitt in den Kader vorgenommen und möchten uns die Möglichkeit geben, uns sportlich weiterzuentwickeln. Ich glaube nicht, dass wir in der Lage sein werden, ganz oben anzugreifen."