Für Frankfurt Universe ist die Football-Saison zu Ende, bevor sie überhaupt angefangen hat: Der GFL-Club zieht die Reißleine und wird nicht an einer möglichen Corona-Saison teilnehmen. Die Enttäuschung ist groß, der Blick geht nach vorne.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurt Universe meldet sich für Football-Saison 2020 ab

Wide Receiver Anthony Mahoungou von Frankfurt Universe schaut ins Leere
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Frankfurt Universe wird nicht an einer möglichen Corona-Sondersaison der German Football League (GFL) im kommenden Herbst teilnehmen. Diese Entscheidung haben die Geschäftsführung des Clubs sowie der Vorstand des Stammvereins AFC Universe dem American Football Verband Deutschland (AFVD) mitgeteilt, hieß es am Freitag in einer Presseerklärung.

Die Frankfurter ziehen damit die sogenannte "Exit-Option", die durch eine Änderung des Lizenzstatuts für das Jahr 2020 möglich gemacht worden war und Clubs von der Pflicht zur Teilnahme am Ersatzspielbetrieb der GFL befreit. Wegen der weiterhin andauernden "Pandemie-Lage sehen sich die Verantwortlichen aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, einen regulären Spielbetrieb im Jahr 2020 durchzuführen", teilte die Universe mit.

Universe beklagt Ungleichheit innerhalb der Liga

"Wir können in der weiterhin hochdynamischen Lage nicht sicherstellen, dass wir einen möglichen Spielbetrieb mit einem halbwegs vertretbaren gesundheitlichen Risiko für alle Beteiligten durchführen können", sagte Geschäftsführer Alexander Korosek. Durch den deutschen Föderalismus und die entsprechend unterschiedlichen Corona-Verordnungen der Länder sei zudem eine Ungleichheit innerhalb der Liga entstanden, so dass von einer Wettbewerbsverzerrung auszugehen sei: Während einzelne Teams schon seit Wochen im Vollkontakttraining seien, sei dies woanders bisher nicht möglich.

Ein weiterer Grund für die Frankfurter Absage: die Finanzen. "Stand jetzt müssen wir davon ausgehen, dass wir selbst bei einer kompletten Nutzung des Stadions nur einen Bruchteil der bisherigen Zuschauerkapazität bei deutlich erhöhten Kosten – zum Beispiel für die notwendigen Hygienemaßnahmen und zusätzliches Sicherheitspersonal – haben werden", so Korosek, bei dem die Enttäuschung stellvertretend für Aktive und Fans aus der Universe-Familie groß ist: Die Saison ist beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Frankfurt will nun 2021 in den German Bowl

"Seit Beginn der Off-Season im Oktober 2019 hat das gesamte Universe-Team mit Hochdruck an der Saison 2020 gearbeitet. Neue Partner wurden gewonnen, das Team verstärkt und die gesamten Vorbereitungen zur Saison liefen mit Ruhe und Professionalität – doch dann kam Corona", sagte Korosek. "Unsere Bereitschaft zu spielen, war jederzeit vorhanden, unsere Motivation war größer denn je. Wir waren bereit, alles dafür zu geben, um im German Bowl vor heimischer Kulisse zu stehen. Wir werden bereits heute damit beginnen, uns auf das Jahr 2021 vorzubereiten und hoffentlich dann unser großes Ziel zu erreichen."

In Football-Deutschland hatte es zuletzt Differenzen zwischen dem AFVD, der die GFL ausrichtet, und einigen Clubs wie der Universe gegeben (hessenschau.de berichtete). Hintergrund sind unterschiedliche Interpretationen der infolge der Coronakrise geänderten Bundesspielordnung sowie des vorübergehend neuen Lizenzstatuts. "Das Tischtuch ist zerschnitten", hatte Korosek gesagt, weil seiner Meinung nach Absprachen zwischen dem Verband und den insgesamt 32 Teams aus GFL und GFL 2 nicht eingehalten worden seien.

Marburg Mercenaries wollen spielen

Carsten Dalkowski, Ligasprecher und gleichzeitig Präsident der Marburg Mercenaries, widersprach kurz darauf dieser Darstellung. Die Mittelhessen hatten bereits vorher angekündigt, an der verkürzten Sondersaison ab September teilnehmen zu wollen. Unter anderem die Hildesheim Invaders sowie die Stuttgart Scorpions werden hingegen wie Frankfurt nicht antreten. Am Freitag verkündete zudem Rekordmeister Braunschweig, die mögliche Corona-Runde nicht bestreiten zu werden.