Carolin Schäfer bejubelt ihre Bronzemedaille

Der Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio hat sich auch für Carolin Schäfer um ein Jahr verlängert. Die Mehrkampf-Meisterschaften an diesem Wochenende sind für die Leichtathletin aus Nordhessen eine wichtige Zwischenetappe.

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hs
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Wieder ein Wettkampf ohne Zuschauer, Athletinnen und Athleten müssen das Stadiongelände nach dem Ende unverzüglich verlassen, am Eingang wird die Körpertemperatur gemessen: Maßnahmen, die Carolin Schäfer nicht von einem Start abhalten. Wie sich eine Meisterschaft ohne Publikum anfühlt, hat die Vize-Weltmeisterin im Siebenkampf schon vor zwei Wochen in Braunschweig erfahren.

Dort trat sie bei den nationalen Titelkämpfen im Hürdenlauf an – und konnte sich über Rang vier freuen. Jetzt fokussiert sich die 28-Jährige auf die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften, die an diesem Wochenende (22./23. August) in Vaterstetten nahe München stattfinden.

Standortbestimmung nach Trainerwechsel

Für Schäfer dient dieser Wettkampf vor allem als Leistungsüberprüfung auf dem verlängerten Weg zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio. "Es ist das größte Sportereignis auf der Welt. Damit geht immer ein Kindheitstraum in Erfüllung, und die Medaillenträume leben weiter. Olympia ist zum Glück nur aufgeschoben und nicht aufgehoben", sagt die gebürtige Bad Wildungerin, die für die LG Eintracht Frankfurt startet.

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Vom Weitsprung-Meeting "Herborn fliegt" berichtet das hr-fernsehen am Samstag in der Sendung heimspiel! ab 17.30 Uhr.

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Wie sie ihren Followern auf Instagram mitteilte, wird die Mehrkampf-DM am Wochenende der erste und einzige Siebenkampf in dieser Saison für sie sein. Ein besonderer Siebenkampf nicht nur wegen der Pandemie-Maßnahmen, sondern auch, weil es Schäfers erster Einsatz unter dem neuen Trainergespann sein wird.

Neue Trainer, neue Möglichkeiten

Im November vergangenen Jahres hatte sie die Zusammenarbeit mit ihrem bisherigen Trainer Jürgen Sammert beendet und trainiert seitdem unter Stefanie und Michael Kaul. Mit deren Sohn, dem Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul, hat Schäfer eine Trainingsgemeinschaft gebildet.

Dass Olympia in diesem Sommer nicht stattfand, hat für die 28-Jährige auch etwas Positives: "Sonst hat man innerhalb der Saison nur die Möglichkeit, sich um einzelne Disziplinen spezifisch zu kümmern. Jetzt haben wir auch einfach die Zeit, uns um die Breite zu kümmern, um da technisch feiner zu arbeiten."

Schäfer Favoritin

Bei den Mehrkampf-Meisterschaften am Wochenende wird sie als klare Favoritin an den Start gehen. Mit ihrer Bestleistung von 6.836 Punkten steht sie deutlich an der Spitze der Startliste. In Vaterstetten erhofft sie sich eine positive Standortbestimmung auf ihrer Reise zum großen Ziel: eine Medaille bei den Olympischen Spielen im nächsten Sommer.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 22.08.20, 17.30 Uhr