Sebastian Vettel im Ferrari
Als Erster im Ziel und doch nur Zweiter: Sebastian Vettel im Ferrari. Bild © Imago Images

Sebastian Vettel hat seinen ersten Saisonsieg nur hauchzart verpasst. Der Heppenheimer überquerte am Sonntag beim Großen Preis von Kanada zwar als Erster die Ziellinie, jubeln durfte am Ende aber wieder sein Dauerrivale Lewis Hamilton.

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Trotzig absolvierte Vettel die Siegerehrung - Hamilton hatte den Deutschen mit aufs die höchste Stufe des Treppchens genommen.

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Als Erster im Ziel und doch nicht gewonnen: Trotz der ersten Pole seit 17 Rennen, einer langen Führung und großem Kämpferherz hat Ferrari-Star Sebastian Vettel beim Großen Preis von Kanada die Übermacht von Lewis Hamilton und Mercedes nicht brechen können.

Beim fünften Saisonsieg des Weltmeisters musste sich Vettel am Sonntag in Montreal wegen einer umstrittenen Fünf-Sekunden-Zeitstrafe mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen. "Das ist nicht fair", funkte ein erboster Vettel mit Blick auf den Vorfall in der 47. Runde, als er Hamilton nach einem Fahrfehler behinderte und dafür die Strafe aufgebrummt bekam. Hamilton erklärte: "Das ist nicht die Art, auf die ich gewinnen wollte. Aber ich nehme den Sieg gerne an." 

Hamilton setzt sich weiter ab

Während Vettel seit nunmehr 15 Rennen auf einen Sieg wartet, bejubelte Hamilton, der die Zielflagge kurz hinter Vettel sah, den 78.  Formel-1-Triumph seiner Laufbahn. Der Mercedes-Pilot baute damit sein Polster in der Fahrerwertung (162 Punkte) weiter aus. Der WM-Dritte Vettel hat bereits 62 Punkte Rückstand, der in Kanada durch viertplatzierte Finne Valtteri Bottas liegt als WM-Zweiter 29 Zähler hinter seinem Teamkollegen. Das Podium komplettierte Charles Leclerc im zweiten Ferrari auf Rang drei.

Neben Vettel verpasste auch Ferrari trotz zwei Podiumsplätzen den erhofften Befreiungsschlag. Rivale Mercedes hatte bereits die ersten sechs Rennen gewonnen und dabei sogar fünf Doppelsiege gefeiert.

Vettel führt das Feld an

Vettel verteidigte die Spitze nach einem unspektakulären Start erfolgreich und führte das Feld vor Hamilton an. Die beiden lieferten sich fortan ein Duell auf Augenhöhe. Der Deutsche drückte auf den vielen langen Geraden mächtig aufs Gas, setzte sich aber nicht maßgeblich von seinem Verfolger ab.

Bei Hamilton fuhr die Ungewissheit mit. Im Anschluss an das Qualifying am Samstag wurde am Wagen des Briten, der für den Kanada-GP einen frischen Motor erhalten hatte, ein Leck in der Hydraulik entdeckt.

Die Fehlerquelle wurde ermittelt, die Mercedes-Crew setzte den Silberpfeil in den Stunden vor dem siebten Saisonrennen wieder zusammen. Die Sorgen waren trotzdem nicht verfolgen. "Ich habe ein Problem. Ein anderes Problem", funkte er noch in der Formationsrunde an die Box.

Hamiltons Druck zu groß

Vettel fuhr nach 26 Runden als erster der beiden Top-Piloten zum Reifenwechsel in die Box. "Lewis, jetzt ist Hammertime", funkte Mercedes in Richtung Hamilton. Auf den abgenutzten Medium-Reifen gelang es dem Briten aber nicht, den erhofften Druck zu entwickeln. Als Hamilton zwei Runden später seinen eigenen Stopp hinter sich hatte, war der Rückstand auf Vettel sogar angewachsen.

Das Bild änderte sich jedoch schnell. Mercedes war Ferrari schon in den Rennsimulationen im Training deutlich überlegen gewesen. Dieser Eindruck bestätigte sich nun. Hamilton nahm Vettel kontinuierlich Zeit ab. Der Druck zeigte Wirkung, nach einem Ausflug ins Gras und einer Beinahe-Kollision in der 47. Runde behielt Vettel nur mit größter Mühe die Führung. Die Rennjury untersuchte den Vorfall und bestrafte Vettel mit einer Fünf-Sekunden-Strafe, die ihm letztlich den Sieg kostete.

Sendung: hr1, 9.6.2019, 23 Uhr