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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Unfall überschattet Rennen in Bahrain

Stewards löschen das in zwei Teile gebrochene Wrack, aus dem Romain Grosjean wie durch ein Wunder aussteigen konnte.

Bei diesem Formel-1-Rennen hätten die Schutzengel von Romain Grosjean den Sieg verdient: Der Franzose überstand einen schrecklichen Unfall in Bahrain offenbar leicht verletzt. Die Resultate von Sebastian Vettel und Co. verkamen zur Nebensache.

Sebastian Vettel hat in seinem Ferrari auch beim Großen Preis von Bahrain die Punkteränge verpasst. Der Heppenheimer rollte in einer von mehreren Safety- Car-Phasen am Sonntag als 13. ins Ziel. Den Sieg holte Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) vor den Red-Bull-Fahrern Max Verstappen und Alexander Albon.

Das Resultat wurde überschattet von einem der schwersten Unfälle seit Jahrzehnten, als Haas-Pilot Romain Grosjean eine Metall-Leitplanke durchschlug und sein Bolide in einem Feuerball in der Mitte auseinanderbrach. Erst nach 27 Sekunden konnte sich Grosjean selbst aus den Überresten des Wracks befreien. Der Franzose erlitt wie durch ein Wunder offenbar nur leichte Verbrennungen.

Grosjean schickte mit dick bandagierten Händen aus dem Krankenbett am späten Sonntagabend Grüße und bedankte sich bei allen, die ihm Nachrichten übermittelt hatten. "Ich war vor einigen Jahren nicht für den Halo, aber es ist die großartigste Sache in der Formel 1", sagte er. Halo ist der ringförmige Titan-Bügel, der im Cockpit über den Kopf des Fahrers gespannt ist.

Halo wird zum Lebensretter

"Das erinnert uns daran, dass es ein gefährlicher Job ist", sagte Rennsieger Hamilton, der wie seine Kollegen das schnelle Eingreifen der Stewards lobte, die das Feuer löschten und Grosjean halfen, von der Unfallstelle zu fliehen. "Alle Systeme, die wir entwickelt haben - der Halo, die Barrieren, die Gurte - haben so funktioniert, wie sie sollten", urteilte der Fahrer des Medizinwagens Alan van der Merwe.

"Mir wurde gesagt, er ist geschockt", kommentierte Haas-Teamchef Günther Steiner im TV-Sender Sky die beklemmenden Szenen. "Das war Glück im Unglück, muss man sagen." In der Zwischenzeit wurde die Unfallstelle sichergestellt und die Leitplanke repariert. Ein Kran transportierte das entzweite Wrack ab. Das Rennen wurde nach einer langen Pause erneut gestartet.

Vettel völlig bedient

Und Vettel? Der Heppenheimer beklagte sich, sein Ferrari sei einmal mehr praktisch unfahrbar. Nach einem Dreher fiel er zwischenzeitlich ans Ende des Feldes zurück. Frust pur beim Deutschen, der zwei Wochen nach seinem dritten Platz in Istanbul seinen Aufwärtstrend fortsetzen wollte. In Bahrain hatte Vettel bereits vier Mal gewonnen, Dominator Hamilton zog mit seinem Sieg auch in dieser Kategorie gleich.

Sendung: hr-iNFO, 29.11.2020, 18.40 Uhr