Sebastian Vettel hat ab 2021 einen neuen Arbeitgeber.

Sebastian Vettel hat die Motivation für weitere Jahre in der Formel 1 gefunden: Von seinem Wechsel zu Aston Martin verspricht sich der Heppenheimer viel.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Vettel startet in der neuen Saison für Aston Martin

Sebastian Vettel rennt
Ende des Audiobeitrags

Sebastian Vettel trug noch immer Ferrari-Rot - doch reden wollte der Heppenheimer in Mugello nur noch über Aston Martin, über seinen neuen Arbeitgeber. Der Wechsel ist endlich offiziell, ab 2021 wird Vettel bei der britischen Nobelmarke das Gesicht des Neustarts. "Das Comeback von Aston Martin ist eine der spannendsten Geschichten, die der Formel 1 passieren konnte", sagte er am Donnerstag: "Und es ist großartig, ein Teil davon zu sein."

Wochenlang hatte der viermalige Weltmeister zu diesem Gerücht geschwiegen, geschmunzelt, abgeblockt. "Jetzt bin ich froh, dass ich die Nachricht endlich teilen kann", sagte Vettel - und stahl seinem Noch-Arbeitgeber damit ziemlich die Show. Das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr) ist für Ferrari der 1000. Grand Prix, und der steigt ausgerechnet auf der hauseigenen Strecke in Mugello - irgendwie interessierte das am Donnerstag aber niemanden.

Aston Martin macht es sich einfach

In der Toskana drehte sich alles um Vettel und Aston Martin. Die Briten sind erstmals seit 1960 als Werksteam in der Formel 1 vertreten, wobei sie es sich einfach machen. Strukturen und Personal werden weitgehend vom Racing-Point-Team übernommen, der Antrieb wird weiterhin von Mercedes geliefert.

Was künftig aber kein Problem mehr sein wird, sind die finanziellen Mittel: Über Jahre galt das Team, das seit den Neunzigern unter anderem als Jordan, Spyker und Force India am Start war, zwar als eine Ansammlung höchst talentierter Kräfte. Aus wenig Geld wurde stets viel gemacht. Doch zeitweise stand die Mannschaft aus Silverstone vor dem wirtschaftlichen Kollaps.

Vettel ist "sehr zuversichtlich"

Aston Martins Einstieg geht nun einher mit einer ordentlichen Finanzspritze - und in Verbindung mit dem Budgetdeckel ab der kommenden Saison will man aufschließen zur Spitze um Mercedes. "Aston Martin wird wachsen, andere Teams müssen dagegen schrumpfen", sagt Vettel, "das macht mich sehr zuversichtlich."

Teameigner ist der kanadische Milliardär Lawrence Stroll, dessen Sohn Lance Stroll (21) wird Vettels Teamkollege sein. Für den Neuen weichen muss der Mexikaner Sergio Perez.

"Vettel bringt Gewinner-Mentalität"

Künftig wolle sich Aston Martin "als einer der stärksten Namen in diesem Sport etablieren", so die offizielle Marschrichtung, Vettel soll Erfahrung und Führungsstärke einbringen. Neben dem gewaltigen Werbeeffekt, den die Verpflichtung eines viermaligen Weltmeisters eben mit sich bringt. Vettel als Gesicht für die Marke, die schon James Bond ausstattete, das ist nicht nur für den deutschen Markt ein Coup.

All das verkauft sich allerdings nur mit Erfolgen auf der Rennstrecke, und man ist zuversichtlich. Vettel bringe eine "Gewinner-Mentalität, die zu unseren künftigen Ansprüchen passt", sagte Teamchef Otmar Szafnauer: "An einem Samstag- oder Sonntagnachmittag ist Sebastian einer der besten in der Welt."

"Die Zukunft strahlt noch heller"

Vettel selbst ließ sich in den vergangenen Wochen wohl überzeugen von diesem Projekt. Die Ausbootung bei Ferrari zum Jahresende war schmerzhaft, und immer wieder hatte der Heppenheimer klargemacht, dass ihn nur die Aussicht auf Siege in der Formel 1 halten würde. Und diese könnte sich ihm nun in der Tat bieten. Eher als bei Ferrari sogar.

Denn während sich die Scuderia in eine Sackgasse entwickelt hat und wohl auch 2021 kein Siegerteam sein wird, ist Racing Point in diesem Jahr dem Mittelfeld entwachsen. Mit einer äußerst gelungenen Kopie des Vorjahres-Mercedes ist das Team zeitweise zweite Kraft hinter den Silberpfeilen.

Beeindruckt sei er von Racing Points jüngsten Resultaten, sagte Vettel, "und ich glaube, dass die Zukunft noch heller strahlt."