Sebastian Vettel

Sebastian Vettel darf beim Großen Preis von Österreich endlich wieder auf ein Auto hoffen, das ihn zum Sieg tragen kann - beim turbulenten Auftakt in Spielberg stand er sich aber erst mal selbst im Weg

Der Heppenheimer verlor im freien Training am Freitag die Kontrolle über seinen Ferrari und rutschte ins Kiesbett. Vettel konnte am Nachmittag damit keine schnelle Runde drehen und verlor zudem wertvolle Trainingszeit.

Die zweite Einheit des Tages wurde mit Blick auf die Bestzeiten allerdings ohnehin zum Muster ohne Wert: Weltmeister Lewis Hamilton musste seine schnellen Runden wegen Vettels Missgeschick abbrechen, sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas crashte heftig in die Streckenbegrenzung. Und auch Red-Bull-Star Max Verstappen beendete sein Training in der Bande.

Der moralische Sieger heißt Vettel

So ließen sich über die Kräfteverhältnisse vor dem Qualifying am Samstag (15.00 Uhr) allenfalls erste Vermutungen anstellen - diese dürfen Vettel und Ferrari aber Mut machen. Nach acht Mercedes-Siegen in acht Rennen könnte Spielberg tatsächlich die Strecke sein, auf der die Stärken des SF90 mal entscheidend zum Tragen kommen.

Denn moralischer Sieger der weniger turbulenten Vormittagseinheit war Vettel, obwohl er nicht die schnellste Runde drehte. Diese gelang WM-Spitzenreiter Hamilton in 1:04,838 Minuten, er war allerdings auf der weichen und damit schnellsten Reifenmischung unterwegs. Vettel (1:04,982) war als Zweiter mit den Medium-Reifen nur knapp anderthalb Zehntelsekunden langsamer und dürfte am Samstag wohl nachlegen.

Die Hitze könnte Ferrari helfen

Die Hitze von über 30 Grad könnte Ferrari in Spielberg helfen, das hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zuletzt bereits mit Blick auf die gute Kühlung der roten Boliden gesagt. Vor allem die langen Bergaufpassagen sollten der Scuderia aber in die Karten spielen, die auf kurvigeren Strecken wegen zu geringen Abtriebs große Nachteile gegenüber Mercedes hat.

Der Rückstand von Vettel (111 Punkte) im WM-Klassement auf Spitzenreiter Hamilton (187) beträgt allerdings schon 76 Punkte. Auch Bottas (151) liegt noch deutlich vor dem Ferrari-Piloten. Damit am Sonntag (15.10 Uhr) tatsächlich erstmals in diesem Jahr ein Ferrari-Pilot den Siegerpokal erhält, muss Vettel und Co. dennoch alles gelingen. Und am Freitag war das nicht der Fall. Am Nachmittag ließ er wegen seines Ausritts einige Runden liegen, am Vormittag stand sein Ferrari für Umbauarbeiten lange in der Garage.

Keine neuen Reifen

Mit einem etwas eigenwilligen Vorstoß für größere Chancen gegen Mercedes sind Ferrari und Red Bull indes schon am Freitag gescheitert. Die Verfolger haben die Reifen des Jahres 2019 als Hauptursache der Silber-Dominanz identifiziert und wollten die Einführung neuer Modelle durchsetzen. Dies wurde am Morgen abgeschmettert. Fünf Teams stimmten dafür, fünf Teams dagegen - es bleibt damit bei der aktuellen Spezifikation.