Die Spieler der United Volleys jubeln

Die United Volleys Frankfurt können an diesem Sonntag Historisches schaffen. Die Hessen schicken sich an, den ersten Titel der Vereinsgeschichte einzuheimsen. Der letzte Prüfstein im Pokalfinale: die Netzhoppers KW-Bestensee.

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Die Krönung ist zum Greifen nahe: Erstmals seit ihrer Gründung 2015 könnten die United Volleys an Wochenende einen Titel gewinnen. Beim DVV-Pokalfinale am Sonntag (17 Uhr) in Mannheim steht der Volleyball-Bundesligist aus Frankfurt den Netzhoppers KW-Bestensee gegenüber. Beide Mannschaften bestreiten zum ersten Mal dieses besondere Endspiel, das pandemiebedingt ohne Zuschauer in der SAP-Arena ausgetragen wird.

In der Liga zweimal den Kürzeren gezogen

Die Volleys setzten sich auf dem Weg dorthin im Halbfinale überraschend mit einem 3:2-Sieg gegen den 16-maligen Sieger VfB Friedrichshafen durch. Bestensee triumphierte in der Runde der besten Acht im Tiebreak gegen Titelverteidiger Recycling Volleys Berlin.

In der Liga rangieren die Hessen, die mit der Lizenz der TG Rüsselsheim spielen, als Sechster einen Platz vor ihren Kontrahenten. Die beiden direkten Duelle mussten sie mit 0:3 und 2:3 verloren geben. United-Zuspieler Mario Schmidgall ist trotzdem von einem Erfolg des eigenen Teams überzeugt: "Wir werden dieses Finale rocken", betonte der 22-Jährige.

Zahlreiche Verletzungen

Cheftrainer Juan Manuel Serramalera stehen nicht viele personelle Alternativen zur Verfügung. Infolge der Coronavirus-Krise wurde der Etat der Volleys zu Saisonbeginn um ein Drittel auf unter eine Million gesenkt. Die obligatorischen zwölf Plätze im Kader sind nicht alle mit Profis, sondern teilweise per Zweitspielrecht mit Schülern aus dem Frankfurter Volleyball-Internat besetzt, die sonst in der 2. Liga aufschlagen.

Zahlreiche Verletzungsprobleme schwächten die Kernmannschaft in den vergangenen Monaten. Die Leistungen in der Liga schwankten trotz mehrerer Nachverpflichtungen stark. Erstmals hat der dreimalige Meisterschaftshalbfinalist und Tabellenzweite der abgebrochenen Saison 2019/20 zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde den Einzug in die Play-offs noch nicht sicher.

Schmidgall und Schöps müssen's richten

Zum Pokalendspiel steht als Ballverteiler allein Schmidgall zur Verfügung, der mit den Bisons Bühl 2018 schon einmal das Finale erreichte. Stammkraft Matthias Valkiers aus Belgien musste zu Jahresbeginn am Rücken operiert werden und wird nur als Berater auf der Bank sitzen. Auch im Außenangriff ist die Decke dünn. So wird Diagonalangreifer Daniel Malescha voraussichtlich dorthin ausweichen, und der langjährige Nationalmannschaftskapitän Jochen Schöps wird den Topscorer an seiner originären Position ersetzen.

Der 37-jährige Schöps, der zwischen 2004 und 2007 mit Friedrichshafen bereits viermal die Trophäe gewann und danach bis zu seinem Engagement Anfang 2020 in Frankfurt im Ausland spielte, tritt nach 14 Jahren wieder bei einem DVV-Pokalfinale auf. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir es bis ins Finale schaffen", sagt Schöps dem hr-sport. "Aber dass ich jetzt im gehobenen Volleyball-Alter noch einmal einen Titel gewinnen kann, das ist schon was Besonderes. Das wäre schon ein geiles Gefühl."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 28.02.2021, 22.50 Uhr