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zum Video Weitspringerin Luzolo nach Silber: "Es hätte weiter gehen können"

Maryse Luzolo nach ihrem Silber-Sprung von Leipzig.

Vor zweieinhalb Jahren war unklar, ob sie je wieder normal laufen geschweige denn Springen könnte: Jetzt hat Maryse Luzolo die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen. Für sie nur ein Zwischenschritt.

Wie viel Druck von ihr abgefallen sein muss, konnten sowohl die Zuschauer als auch die Konkurrenz bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig nur ahnen. Zweieinhalb Jahre nach ihrem folgenschweren Trainingsunfall, der wie durch ein Wunder nicht in der Invalidität der Frankfurter Weitspringerin geendet war, sprang Maryse Luzolo auf 6,44 Meter und sicherte sich damit Silber bei den Wettkämpfen in Leipzig.

"Ich bin so unglaublich erleichtert, dass ich es geschafft habe", sagte die 24-Jährige nach dem Weitsprung-Wettbewerb im ARD-Interview. Die Freudentränen waren da schon wieder getrocknet. Die unzähligen Stunden in der Reha und in der Sprunggrube hätten sich mehr als nur gelohnt: "Ich bin super glücklich, dass ich den Zweiten gemacht habe." Besser war am Sonntag nur Welt- und Europameisterin Malaika Mihambo mit 6,77 Metern.

Luzolo will sich noch weiter steigern

Eine falsch eingestellte Trainingsmaschine hatte die Karriere der Athletin des Königsteiner LV im Juni 2017 fast beendet. Aufzuzählen, welche Verletzungen konkret sie davontrug, als das Gerät ihr Knie überstreckte, würde diesen Rahmen sprengen. Kurz gesagt: Es war alles kaputt, was kaputt gehen konnte. Zehn Wochen Reha, Laufen lernen und, und, und: Luzolo musste von ganz vorn anfangen. An Weitsprung war lange Zeit nicht zu denken.

Vor der Verletzung lag ihre Bestweite bei 6,61 Metern. Ob sie wieder dahin kommen kann? Luzolo, ganz Kämpferin, ist sich da sicher. "Ich habe gemerkt, dass immer noch Potenzial da war", sagte die Studentin zu ihrem Silber-Satz von Leipzig. Gleiches sah auch Trainer Jürgen Sammert. "Deswegen werden wir im Sommer umso härter trainieren", kündigte Luzolo an.

38 Zentimeter zur Olympia-Norm

Ihr großes Ziel sind die Olympischen Sommerspiele dieses Jahres in Tokio. Um die Weitsprung-Norm von 6,82 Metern zu schaffen, muss Luzolo noch 38 Zentimeter auf ihre Weite von Leipzig draufpacken. Für Außenstehende scheint das gerade angesichts Luzolos Historie beinahe unmöglich. Abschreiben sollte man die Frankfurterin aber sicher nicht.