Patrick Lange
Ironman-Weltmeister 2017: Patrick Lange Bild © Imago

Die Ironman-WM auf Hawaii ist der ultimative Höhepunkt der Triathlon-Saison. Vorjahressieger Patrick Lange baut bei der Mission Titelverteidigung nicht nur auf seine Laufstärke.

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Ironman-Weltmeister Patrick Lange

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2014: Sebastian Kienle. 2015 sowie 2016: Jan Frodeno. 2017: Patrick Lange. Die Liste der Sieger des Ironman Hawaii liest sich wie ein schwarz-rot-goldenes Triathlon-Märchen. Und 2018? Geht es nach den Promis der Branche, zählt Vorjahressieger Lange auch in diesem Jahr zu den absoluten Favoriten.

"Patrick hat sich hier vielmals bewiesen und gezeigt, dass Hawaii das Rennen ist, wo er seine Leistung abrufen kann", sagt etwa Frodeno im Gespräch mit dem hr-sport. Und der Brite Tim Don, der die Weltbestzeit auf der Ironman-Langstrecke hält, ist sich sicher: "Patrick hat ein solides Jahr hinter sich, er wird auf den letzten zehn Kilometern bis zum Ziel ganz vorne sein."

Hawaii am Ende eines "holprigen Jahres"

Allerdings: Das mit dem "soliden Jahr" formuliert Lange, der im nordhessischen Bad Wildungen geboren wurde und für den DSW Darmstadt startet, etwas anders. Er selbst spricht von einem "holprigen Jahr", das er nach seinem sensationellen Hawaii-Triumph vor zwölf Monaten erlebt hat. Als König der Triathleten sei "die Medienaufmerksamkeit größer als erwartet" gewesen, Lange verspüre mehr Druck als sonst. Die Folge: eine Saison, die sportlich zwar auf einem konstant hohen Niveau verläuft – mit zwei zweiten Plätzen bei den 70.3-Veranstaltungen im Kraichgau und auf Rügen sowie einem dritten Platz bei der Ironman-EM in Frankfurt bis jetzt aber ohne Sieg blieb.

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Ironman im Liveticker und im TV

Die Ironman-WM auf Hawaii können Sie am Samstag ab 18.25 Uhr im Liveticker bei sportschau.de verfolgen. Einen Beitrag vom Rennen zeigt die hessenschau am Sonntag ab 19.30 Uhr.

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Jan Sibbersen

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Ob das irgendwelche Auswirkungen auf die WM-Vorbereitung habe? Nein, sagt der 32-Jährige. "Wir haben uns dazu entschlossen, beim altbewährten Konzept zu bleiben", erklärt er den Trainings- und Rennplan, den er sich mit Trainer Faris Al-Sultan zurechtgelegt hat. Das heißt: Das tun, "was die letzten zwei Jahre auch funktioniert hat". Warum auch nicht. 2016, bei seinem Hawaii-Debüt, zauberte er nach 3,8 Kilometer Schwimmen sowie 180 Kilometer Radfahren beim abschließenden Marathon einen Laufstrecken-Rekord auf den Asphalt und wurde Dritter. 2017 folgte mit dem WM-Titel der größte Erfolg seiner Karriere.

Lange vertraut auf seine Beine und seinen Kopf

Um auf Big Island noch einmal triumphieren zu können, vertraut Lange neben seiner Laufstärke auch auf eine ausgeglichene Psyche. Das "Mind-Setup", wie er es nennt, stimme. "Mein Kopf ist relativ gelassen. Gerade hier auf Hawaii ist die mentale Stärke das, was einen am Ende ganz nach vorne bringt oder eben zurückwirft. Hier braucht man eine Rübe aus Stahl. Das Allerwichtigste ist: sich nicht verrückt machen lassen und dem Rennen ein Stück weit entgegenfiebern."

Gänzlich ungestört verlief aber auch die mentale Vorbereitung nicht. Mit dem Baden-Württemberger Sebastian Kienle hat einer von Langes ärgsten Konkurrenten kurz vor dem Startschuss ein Störfeuer gezündet und ihm bewusste Verstöße gegen die Windschatten-Regel beim Radfahren vorgeworfen. Kienles Aussagen in der Frankfurter Allgemeine Zeitung wie "Wenn das ständig passiert, ist es kein Zufall", lächelte Lange kurz darauf weg und verbuchte sie als klassisches "Säbelrasseln": "Es gehört zum Wettkampf dazu. Da ist die Nervosität die treibende Kraft gewesen."

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Jan Frodeno

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Auf der Strecke wird ein Duell mit Jan Frodeno indes keine treibende Kraft sein. Der Branchenprimus, der im Sommer die Ironman-EM in Frankfurt für sich entschieden hatte und die aus deutscher Sicht beste Saison ablieferte, musste seinen Hawaii-Start bereits Ende September wegen einer Stressfraktur absagen. "Für uns Profis macht es das in erster Linie einfacher", urteilt Patrick Lange über die Abwesenheit Frodenos. Er sagt allerdings auch: "Es ist schade, dass ich nicht gegen den Besten antreten kann. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Es wird kein einfaches Rennen, nur weil Jan Frodeno nicht dabei ist." Eine Fortsetzung des schwarz-rot-goldenen Triathlon-Märchens auf Hawaii würden die deutschen Fans trotzdem sicherlich begrüßen.