Vettel spritzt mit Champus-Flasche

Er ist wieder da. Sebastian Vettel wird nach seiner Aufholjagd von Startplatz 20 auf das Prodium von Hockenheim von der italienische Presse gefeiert. Der Heppenheimer selbst glaubt, dass seine Zeit in der Formel-1-Saison noch kommen wird.

Die begeisterungsfähigen Tifosi jubeln schon über eine vermeintliche "Wiederauferstehung" von Sebastian Vettel und Ferrari. Das als nationales Heiligtum verehrte italienische Traditionsteam wähnt Vettels Sturmfahrt vor seinem Heimpublikum als mögliche Initialzündung in einer Saison voller Krisen und Verunsicherungen. "Es ist eine harte Phase für uns. Wir geben uns alle Mühe, wir machen Fehler und wir sind nicht da, wo wir sein wollen", räumte der zuletzt oft kritisierte Vettel nach seiner meisterhaften Rutschpartie von Position 20 bis auf Platz zwei ein. "Ich bin zuversichtlich, dass unser Tag noch kommen wird."

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hr-Sport-Reporter Oliver Mayer kündigt den Formel-1-Beitrag in der hessenschau an.
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Vettels 50. Ferrari-Podium könnte kostbarer kaum sein. Nach einem fünften, einem vierten und einem 16. Platz in den vorherigen Grand Prix war das Timing für eine Demonstration seines Könnens bestens. Zumal sein Stallrivale Charles Leclerc in den vergangenen drei Rennen stets vor dem 32-Jährigen gelandet war, diesmal aber von der nassen Strecke ins Aus rutschte. "Ich glaube, dass das für ihn ein toller Schub für das Selbstvertrauen ist", befand Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, "das war wichtig an dieser Stelle der Saison".

Hockenheim im vergangenen Jahr noch "Anfang vom Ende"

Im vergangenen Jahr war Vettel in Führung liegend nach einem Fahrfehler in der Sachskurve von der Strecke gerutscht und musste seine Hoffnungen auf den ersten Heimsieg in Hockenheim aufgeben. "Hockenheim war im letzten Jahr der Anfang vom Ende", schrieb La Repubblica in Italien über Vettel. "Jetzt könnte es für den Beginn der Wiederauferstehung stehen." Der zweite Platz werde den Deutschen vielleicht nicht wieder in den WM-Kampf mit dem diesmal nur neuntplatzierten Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton führen, schrieb die Zeitung weiter, "ganz sicher gibt er aber ein bisschen Moral zurück".

Vettel verliert die WM natürlich nicht aus seinem Fokus. Auch nicht bei einem Rückstand von 84 Punkten auf den fünfmaligen Champion Hamilton. Der Heppenheimer hofft weiter in dieser von Aussetzern, Pannen und Defekten durchsetzten Scuderia-Saison auf Entwicklungsschritte. "Wir müssen sicherstellen, dass wir uns verbessern, ihnen eine viel härtere Zeit bereiten, und natürlich geraten Dinge in Bewegung, wenn man Menschen unter Druck setzt", sagte Vettel. Mercedes soll die Leidenschaft von Ferrari zu spüren bekommen. "Ich bin genauso ungeduldig wie jeder andere auch. Ich hoffe, dass die Leute ein bisschen Geduld haben und uns die Freiheit geben."