John Degenkolb

John Degenkolb ist bereit: Mit dem Start bei der Polen-Rundfahrt beendet der Radprofi aus Oberursel am Mittwoch die Corona-Pause. Es ist der Abschluss einer kräftezehrenden Zeit – und der Neubeginn einer knackigen Saison voller Höhepunkte.

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Degenkolb auf einem Rad
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John Degenkolb kehrt ins Wettkampfgeschehen zurück. Bei der am Mittwoch beginnenden Polen-Rundfahrt wird der Radprofi aus Oberursel erstmals seit der Corona-Unterbrechung wieder bei einem World-Tour-Rennen an den Start gehen. "Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass die Rennen losgehen", sagte Degenkolb vor seiner Abreise dem Cycling Magazine. Zuletzt hatte er sich mit Mannschaftskollegen seines neuen Teams Lotto Soudal in einem Trainingslager in den Vogesen auf die Rückkehr in den Rennmodus vorbereitet.

"Das Trainingslager war super. Wir haben hart trainiert, und es hat mir gezeigt, dass ich während der Corona-Pause gut gearbeitet habe und mein Grundniveau sehr gut war." Die "absoluten Spitzen" in der Belastung hätten ihm zwar gefehlt, so der 31-Jährige: "Das im Training zu machen, ist so gar nicht meins. Im Rennen hingegen ist das gar kein Problem." Abgesehen von einem kleineren, sogenannten Kirmesrennen Anfang Juli in Belgien konnte er in den vergangenen Monaten allerdings keinen Wettkampf bestreiten.

Degenkolb haderte während der Corona-Krise

Seinen bis heute letzten Aufritt auf der World-Tour-Ebene hatte Degenkolb im Frühjahr bei Paris-Nizza. Das "Rennen zur Sonne" war Mitte März nach sieben statt der geplanten acht Etappen vorzeitig beendet worden, anschließend musste auch der Radsport-Weltverband UCI eine Corona-Pause einlegen und seinen Rennkalender umgestalten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Degenkolb zudem die Valencia-Rundfahrt im Februar sowie das belgische Eintagesrennen Kuurne-Brüssel-Kuurne Anfang März absolviert.

Die Auswirkungen der Corona-Krise machten dem Oberurseler zwischenzeitlich große Sorgen. "Man rechnet natürlich in so einer Situation mit dem Schlimmsten. Das Worst-Case-Szenario wäre, dass viele Teams zumachen, weil sie nicht mehr das Geld von den Sponsoren haben. Mich beschäftigt das Thema rund um die Uhr, und da bin ich nicht der einzige", sagte Degenkolb im April dem Spiegel.

Die Tour de France ist und bleibt das Highlight

Auch sein Heimrennen, der Klassiker Eschborn-Frankfurt, musste verschoben und später sogar komplett abgesagt werden. Stattdessen beteiligte sich Degenkolb am 1. Mai an einem Ersatzprogramm des Hessischen Rundfunks und nutzte Teile der Strecke, die traditionell als Schleife durch den Taunus führt, für eine Trainingsrunde.

Rund drei Monate später sieht die Welt des Radprofis wieder besser aus. Neben der Polen-Rundfahrt wird er auch die Tour de Wallonie Mitte August in Belgien nutzen, um sich auf den Höhepunkt seiner Saison vorzubereiten: die Tour de France, die am 29. August starten soll.

Auf Degenkolb und Co. warten fünf Etappen

"Es fühlt sich gerade so an wie zu Beginn des Jahres, vor dem ersten Rennen der Saison. Nur, dass wir eben gerade Sommer haben und es schön warm ist", sagte Degenkolb. Nach dem Ritt durch Frankreich hat der Wahl-Hesse die Nachholtermine einiger Klassiker in seinem Kalender stehen, unter anderem Paris-Roubaix, das er 2015 – genau wie Mailand-Sanremo – gewinnen konnte.

Die Polen-Rundfahrt, auch bekannt als Tour de Pologne, wird Degenkolb und Co. bis zum kommenden Sonntag über insgesamt fünf Etappen von Chorzów nach Krakau führen. Für viele Teams und Stars der Branche wird das Rennen die erste große Standortbestimmung seit Monaten sein.