Leon Glatzer surft eindrucksvoll die Welle

Die Weltelite des Surfsports trifft sich in El Salvador, in Mittelamerika. Es geht um die Weltmeisterschaft sowie um die begehrten Tickets für Olympia. Dort dabei zu sein, wäre für Leon Glatzer ein Traum, der in Kassel begann.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Leon Glatzer träumt von Olympia

Leon Glatzer lacht in die Kamera
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In den vier Meter hohen Wellen vor El Salvador fällt ab diesem Wochenende die Entscheidung, wer die letzten Tickets für Olympia zieht. Bei den "World Surfing Games" stehen auch sechs Deutsche auf den Surfbrettern – einer von ihnen ist Leon Glatzer. Der aktuell beste deutsche Surfer ist 24 Jahre alt und hat seine Wurzeln in Kassel.

Ab Samstag kämpft er für gleich zwei Ziele: Er will in El Salvador Surf-Weltmeister werden und sich für Olympia qualifizieren. "Das ist mein größter Traum. Für diesen Wettkampf habe ich mich vier Jahre lang vorbereitet", sagt Glatzer im Gespräch mit dem hr-sport. Aber er weiß, dass es keine leichte Aufgabe wird. Die Konkurrenz ist groß.

Hawaii, Costa Rica, Kassel

Geboren ist Glatzer auf Hawaii, aufgewachsen aber in Costa Rica und Kassel. Dort kommen seine Eltern her, und da nahm auch der Traum von Olympia seinen Anfang: "Als ich ein kleines Kind war, habe ich mit meinen Eltern Olympia im Fernsehen geschaut", erinnert sich der heute 24-Jährige. "Das war so cool. Und sie haben immer gesagt: Das ist das Beste, was du im Sport erreichen kannst."

Diesen Traum von Olympia will er sich in El Salvador bei den World Surfing Games (29. Mai bis 6. Juni) jetzt selbst erfüllen. Glatzer rechnet damit, dass er dafür mindestens ins Halbfinale kommen muss. Aber er will mehr: Er will auch Weltmeister werden. Um das zu schaffen, muss er sich gegen 170 Teilnehmer durchsetzen.

In El Salvador herrscht olympisches Flair

Glatzer wohnt mit den anderen deutschen Surferinnen und Surfern in einer Art "Deutschem Haus". An der Wand hängen Deutschland-Fahnen mit den Olympischen Ringen, die Stimmung ist gut: "Es fühlt sich richtig deutsch an momentan. Wir haben sogar deutsches Essen", sagt Glatzer lachend. "Das Beste daran ist, dass es sich anfühlt wie zu Hause."

Beim Wettkampf geht es deutlich strenger zu. Die Teilnehmer müssen regelmäßig Corona-Tests durchführen und dürfen nur innerhalb des Teams trainieren. Am Strand dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauer den Wettkampf nicht verfolgen. Dafür hängen in den Bars und Restaurants große Fernseher, auf denen die Surf-WM geguckt wird. Das Land in Mittelamerika gilt als "Surfparadies", die Begeisterung für den Sport ist riesig dort.

Surfen wird erstmals olympisch

Bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) werden erstmals auch Surferinnen und Surfer um die begehrten Medaillen kämpfen: Wellenreiten ist neu in das Programm aufgenommen worden – Windsurfen ist schon länger olympisch.

Neben Glatzer wollen sich bei den World Surfing Games auch fünf andere Deutsche für Olympia qualifizieren: Camilla Kemp, Noah Lia Klapp und Rachel Presti bei den Frauen sowie Dylan Groen und Marlon Lipke bei den Männern.

Glatzer ist für das gesamte Team optimistisch: "So gut vorbereitet waren wir noch nie. Wenn wir es alle zu Olympia schaffen, wäre das ein Traum – nicht nur für uns, sondern auch für Deutschland."