Die Wrestler Aaron Insane, Prince Ahura, Baby Allison und Maggot posieren für die Kamera.

Streitereien, Toastbrot, Fahrgemeinschaften: Die Serie "BASTARDS." begleitet das wenig glamouröse, dafür aber spektakuläre Leben von Frankfurter Wrestlern. Sie können mit Wrestling nichts anfangen? Dann lohnt sich das Einschalten erst recht.

Videobeitrag

Video

Der offizielle Trailer - das erwartet Sie bei "Bastards."

Pretty Bastards
Ende des Videobeitrags

"Wir sind die Bastard-Söhne des Wrestling-Gottes." Mit diesen Worten beschreibt Prince Ahura grinsend sich und seinen Wrestling-Partner Maggot und gibt damit schon zu Beginn der hr-Serie "BASTARDS." einen Vorgeschmack auf den rauen, aber gleichzeitig herzlichen Umgangston der "Pretty Bastards". Die beiden Frankfurter Wrestler sind selten einer Meinung, kabbeln sich wie Teenager und bekommen sich selbst bei einfachsten Fragen in die zotteligen Haare. Langeweile? Niemals.

Der hr hat das aufstrebende hessische Wrestling-Duo auf seinem Weg durch die Turnhallen dieser Nation begleitet und das Leben der beiden Wrestler dokumentiert. Zu sehen gibt es die Serie ab dem 4. Januar im hr-fernsehen und ab sofort in der ARD-Mediathek. Ob die Serie etwas für Sie ist? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ist die Serie nur etwas für Wrestling-Fans?

Definitiv nicht. Der Autor dieser Zeilen hat in der Schulzeit für zwei Wochen Wrestling-Karten gesammelt, um in der Pause bei den coolen Kids mitreden zu können und wusste im Anschluss immerhin, dass es Hulk Hogan, Yokozuna und diesen Undertaker gibt. Ob Wrestling aber nun Kampfsport, Show oder großer Quatsch ist? Keine Ahnung.

Die Serie "BASTARDS." liefert jedoch genau auf diese Frage gleich mehrere Antworten und erklärt verständlich und bildgewaltig, warum Wrestling so viele Menschen in seinen Bann zieht. Sie müssen kein Wrestling-Nerd sein, um "BASTARDS." zu verstehen und Spaß beim Schauen zu haben. Sollten Sie ein Wrestling-Nerd sein, geht das aber natürlich auch.

Worum geht's?

Im Zentrum der Serie steht der große Traum von zwei großen kleinen Jungs: Sie wollen Profi-Wrestler werden. "Als ich klein war und Wrestling geguckt habe, wollte ich das auch machen. Zum Bedauern meiner Eltern war das keine Phase", fasst Maggot, der eigentlich Amir Wittkamp heißt und aus dem Frankfurter Gallus kommt, zusammen. Er und sein Kumpel Prince Ahura, der eigentlich Aman Khederzadeh heißt und ebenfalls Frankfurter ist, wollen als Tag-Team durchstarten und es ganz nach oben schaffen.

Und dazu gehören neben jeder Menge Training auch der Auf- und Abbau des Rings bei den einzelnen Veranstaltungen oder der Ärger beim Arzt, wenn doch mal ein "Stunt" danebengegangen und wieder ein Knochen aus der Verankerung gesprungen ist.

"BASTARDS." lässt dabei immer wieder Weggefährten, Fans und Promoter zu Wort kommen und zeichnet so ein ziemlich genaues Bild der deutschen Wrestling-Szene. Eine große Show auf wackligen Brettern mit ebenso durchgeknallten wie geerdeten Wrestlern. "Wir sind eine Ansammlung verrückter Narzissten", so Prince Ahura. "Wir bauen auf, wir bauen ab und liefern eine geile Show." Klingt einfach, sieht spektakulär aus.

Geht es auch richtig zur Sache?

Aber hallo. Ob Wrestling nun Sport, Show, Akrobatik, Schauspielerei oder von allem etwas ist, sei dahingestellt. Klar ist aber: Weh tut es definitiv. Die Karriere von Prince Ahura stand nach einem im Ring erlittenen Nackenbruch früh kurz vor dem Ende. Seinen Partner Maggot erwischt es mitten in der Serie an der Schulter. Die Wrestler liegen sich nach den Fights zwar meist in den Armen und erkundigen sich gegenseitig nach dem Wohlergehen. Im Scheinwerferlicht und vor dem stets enthusiastischen Publikum kann aber alles passieren.

"Man setzt sein Leben aufs Spiel, wenn man ein fettes Match abliefern will", wischt Prince Ahura mögliche Zweifel an der Härte dieser besonderen Sportart zur Seite. Das ist vermutlich etwas übertrieben. Blut, Schmerzen und ein gewisses Risiko gehören zum Wrestling aber definitiv dazu.

Hat Wrestling auch eine weibliche Seite?

Auch hier gibt die Serie eine eindeutige Antwort: ja. In der zweiten Staffel von "BASTARDS." tritt mit Baby Allison, die eigentlich Laura Fischer heißt und auch aus Frankfurt kommt, eine weitere Protagonistin und heimliche Hauptfigur in Erscheinung. Die studierte Mediendesignerin beweist, dass auch Wrestlerinnen einen Platz in der sonst von Männern dominierten Welt finden und für Aufsehen sorgen können. Baby Allison hat genau wie ihre männlichen Kollegen mit schweren Verletzungen und Klischees zu kämpfen. Genau wie Prince Ahura und Maggot ist sie zudem dem Wrestling komplett verfallen.

"Ich habe einen Kick in den Solarplexus bekommen und mich kurz im Mund übergeben", sagt sie nach einem Kampf mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kamera. "Das hat Spaß gemacht."

Also: gucken?

Wer diese etwas seltsame Vorliebe – verständlicherweise – nicht nachvollziehen kann, sollte vom aktiven Wrestling wohl die Finger lassen. Die Serie "BASTARDS." wird Ihnen dennoch gefallen.