Fliegende Fäuste, Tumulte und flüchtende Zuschauer: Bei einem Futsal-Turnier in der Wetterau ist es am Wochenende zu einer Massenschlägerei auf dem Feld gekommen. Das Spiel musste abgebrochen werden, Verletzte gab es keine.

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hessenschau vom 27.01.2020
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Beim Futsal-Cup des Fußballkreises Büdingen standen sich am Freitagabend in Nidda (Wetterau) die SG Büdingen und der VfB Rodheim/Horloff in der Zwischenrunde gegenüber. Es war bereits 22 Uhr, eines der letzten Spiele des Abends, als es eineinhalb Minuten vor Schluss zu schweren Ausschreitungen auf dem Feld kam.

Wie mittelhessen.de berichtet, bildeten sich Rudel auf beiden Seiten, plötzlich flogen die Fäuste. Ein Spieler der Rodheimer Mannschaft soll mit Anlauf mit einem "Kung-Fu-Tritt" in eine Gruppe gesprungen sein. Drei Akteure wurden vom Platz gestellt und sahen die Rote Karte. Die Situation beruhigte das aber nicht wirklich.

Polizei rückt mit drei Streifenwagen an

Die Situation eskalierte weiter. Zuschauer stürmten aufs Feld und beteiligten sich an der Prügelei. Unbeteiligte Zuschauer flüchteten mit ihren Kindern. Ein Facebook-Video zeigt tumultartige Szenen auf dem Feld. Das Spiel wurde abgebrochen, die beteiligten Mannschaften wurden vom Turnier ausgeschlossen. Der Futsal-Cup wurde daraufhin ohne weitere Vorfälle fortgesetzt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eskalation beim Hallenfußball

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Die Polizei bestätigte den Einsatz mit drei Streifenwagen. Allerdings habe sich die Lage schon wieder beruhigt gehabt, als die Beamten eintrafen. Man habe vor Ort keine Verletzten vorgefunden und auch keine Anzeige aufgenommen. Die Ermittlungen laufen derzeit noch.

Fußball-Kreisausschuss will reagieren

Der zuständige Fußballkreis-Ausschuss Büdingen als Veranstalter teilte mit: Man werde die Massenschlägerei in der nächsten Sitzung des Fußballkreisausschusses zum Thema machen. Außerdem werde es eine Sportgerichtsverhandlung geben, wie das bei solchen Vorfällen üblich sei. Ein Termin stehe dafür noch nicht fest. Wegen der laufenden Ermittlung wollte der Kreisfußballwart nicht mehr zur der Schlägerei sagen.

Der Hessische Fußballverband (HFV) wollte sich nicht im Detail zu dem Vorfall äußern, teilte aber mit: Man habe insgesamt schon reagiert auf die "besondere Intensität der jüngsten Fälle". Laut HFV handle es sich allerdings nicht um mehr Fälle, sondern die Vorfälle seien intensiver geworden.

Längere Sperrzeiten für gewalttätige Spieler?

Darauf reagierte der HFV im Dezember mit einer "Grünberger Erklärung". Der Verband will die Präventionsangebote für Vereine verstärken und ausbauen, etwa durch Sicherheitsbeauftragte, spezielle Schulungen und Informationsveranstaltungen.

In der Diskussion ist laut HFV auch weiterhin, die Höchststrafe für gewalttätige Spieler zu erhöhen. Derzeit kann ein Spieler für maximal drei Jahre gesperrt werden. Nach Vorfällen dieser Art wird immer wieder die Forderung laut, diese Sperrzeit zu erhöhen. Hessens Innenminister Peter Beuth hatte im Oktober sogar eine lebenslange Sperre gefordert.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.01.2020, 19.30 Uhr