Mikroskopisches Bild eines Corona-Virus mit der Beschriftung "Corona-Newsletter" und einem Briefumschlag-Icon.

Liebe Nutzerinnen, liebe Nutzer,

ich habe vor zwei Wochen für diesen Newsletter den Betreff "Eine Woche voller Rekorde" verwendet, um damit auf die in der Woche aufgestellten Corona-Höchstwerte anzuspielen. Damit hätte ich vielleicht noch warten sollen, denn leider gibt es täglich neue Rekorde bei vielen Werten - bis auf zwei.

Odenwald-Kreis knackt die 500er-Marke

So bietet momentan jeder neue Tag die zu dem Zeitpunkt höchste Inzidenz seit Beginn der Pandemie. Aktuell (26. November) liegt diese in Deutschland bei 438,2. Erst vor zwei Tagen stieg sie erstmals über 400. In Hessen liegt sie derweil bei 268,3. Der Kreis Odenwald ist der erste Kreis in Hessen, der die 500er-Marke geknackt hat. Und noch nie gab es so viele Neuinfektionen in einer Woche in Hessen wie in dieser. Zudem zählt Deutschland seit gestern mehr als 100.000 Tote seit Beginn der Pandemie. Und da sind wir auch bei den Zahlen, die in Hessen momentan zum Glück nicht für Rekorde sorgen: Was die Todesfälle je Woche angeht, liegen wir in Hessen momentan noch unter dem Spitzenwert der ersten Welle und bei der Entwicklung der schweren Corona-Fälle noch unter den Spitzenwerten der zweiten und dritten Welle. Wie das sein kann? Weil wir die Impfstoffe haben und immerhin 67,36 Prozent der Menschen in Hessen vollständig geimpft sind und 490.831 Booster-Dosen verimpft wurden.

Doch so positiv sich das mit den schweren Fällen auch anhören mag: Wir sind da dennoch auf keinem guten Weg. In den vergangenen vier Wochen hat sich dieser Wert nämlich verdoppelt und es sind momentan 1.661 von 1.817 Intensivbetten in Hessen belegt. In anderen Bundesländern sieht es bereits dramatischer aus. Aus Thüringen wurden bereits Patienten nach Niedersachsen gebracht und Bayerns Kliniken warnen vor einer bislang nicht dagewesenen Notlage.

Seit gestern neue Regeln in Hessen

Es fühlt sich daher zwar nicht so an, aber gestern endete in Deutschland die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite. Und seit gestern gelten in Hessen verschärfte Corona-Regeln. Wer in Bus und Bahn unterwegs ist, muss nun vollständig geimpft, genesen oder mit einem gültigen Bürgertest negativ getestet worden sein. Auch am Arbeitsplatz gilt jetzt die 3G-Regel. Die wichtigsten Antworten zu diesem Thema gibt es hier.

Neues vom Impfstoff für Kinder

Gestern gab es aber auch gute Nachrichten: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für die Zulassung eines Corona-Impfstoffes für Kinder ab fünf Jahren in Europa erteilt. Eine Empfehlung der Stiko steht aber noch aus. Doch auch ohne diese Empfehlung gibt es in Hessen bereits großes Interesse an Corona-Impfungen für Kinder.

Kommt die Impfpflicht für alle?

Ich habe es vorhin schon erwähnt: Noch immer sind in Hessen nur rund 67 Prozent aller Menschen vollständig geimpft. Immerhin steigt die Gesamtzahl der geimpften Menschen wieder langsam an: 70,73 Prozent sind mindestens einmal geimpft. Für die vierte Welle spielen die Erstimpfungen leider keine große Rolle mehr (es dauert zu lange, bis diese Personen den vollen Impfschutz haben), doch für den weiteren Verlauf der Pandemie wäre eine höhere Impfquote enorm wichtig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisierte deswegen die Ungeimpften in Deutschland scharf und fragte: "Was muss eigentlich noch passieren, damit ihr es kapiert?"

Deswegen war die Impfpflicht diese Woche ein großes Thema: Für den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) führt kein Weg daran vorbei und auch Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat sich für eine Impfpflicht ausgesprochen. Bundesweit sind ebenfalls mehrere Politiker dafür - auch der Ethikrat lehnt die Impfpflicht nicht grundsätzlich ab. Schaut man sich jedoch die aufgeheizte Stimmung rund um dieses Thema an, stellt sich manchem schon die Frage: Ist Zwang der richtige Weg? Unser Kollege Thomas Berbner aus dem ARD-Hauptstadtstudio meint: "Wollen wir jetzt Impfgegner und Impfskeptiker durch die Polizei verfolgen lassen? Was ist mit Leuten, die sich nicht genug Gedanken gemacht haben oder einfach nur Angst haben? Und was tun wir, wenn sich jemand trotz Bußgeld und Strafandrohung weiter weigert, sich impfen zu lassen? Führen wir diese Menschen dann in Handschellen zum Amtsarzt?" Dieses Thema wird wohl noch für viel Diskussionsstoff sorgen.

Hessen boostert

Wenn es bei den Erstimpfungen so langsam voran geht: Wer sind dann all die Menschen, die momentan stundenlang bei den verschiedenen Impfstellen anstehen? Die Antwort ist einfach: Die meisten Menschen dort wollen sich boostern lassen. Wo das momentan möglich ist (von den Hausärzten einmal abgesehen), das kann man auf der Website vom hessischen Sozialministerium nachlesen. Und wer sich fragt, ob eine Impfung nach fünf oder sechs Monaten sinnvoller ist, sollte mal auf diesen Artikel bei den Kollegen von Deutschlandfunk Nova schauen.

Dass es trotz Impfung wichtig ist, auch weiterhin auf die bekannten Schutzmaßnahmen (Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen und regelmäßig lüften) zu achten, zeigte diese Woche eine Nachricht der WHO, wonach die bekannten Corona-Impfstoffe die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Delta-Variante nur um 40 Prozent senken. Gegen den Wildtyp (also die Version des Virus, mit der die Pandemie begann) waren es noch 60 Prozent. Sie schützen aber auch weiterhin vor schweren Verläufen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: "Die Impfstoffe retten Leben, aber sie verhindern die Übertragung nicht vollständig." Da liegt es auch weiterhin in unserer Hand, wie gut wir auf uns und unsere Mitmenschen aufpassen.

Ich schreibe an dieser Stelle hier zwar immer, dass ich noch drei Themen für Sie hätte, tatsächlich hätte ich heute aber noch ungefähr 30 Themen für Sie. Es ist einfach sehr viel passiert in dieser Woche. Die drei Themen, die ich Ihnen aber unbedingt noch mitgeben möchte, sind diese hier:

  • Es gibt eine neue Variante des Corona-Virus, die seit gestern für viel Aufregung sorgt und das Potenzial haben könnte, die Pandemie noch einmal auf ein ganz neues Level zu heben. Einen griffigen Namen wie zum Beispiel "Delta" hat sie noch nicht. Bislang heißt sie nur B.1.1.529. Ob sich die Befürchtungen bestätigen, wird sich erst noch zeigen müssen, aber zahlreiche Länder, darunter seit heute auch Deutschland, haben vorsichtshalber den Flugverkehr u.a. mit Südafrika eingeschränkt.
  • Vergangene Woche hatte ich hier einen ZDF-Artikel verlinkt, in dem eine Tabelle eingebunden war, mit der man ungefähr sehen konnte, wie gut der eigene Impfschutz noch wirkt. Eine noch elegantere und interaktive Lösung bietet jetzt ein Rechner auf der Website vom Tagesspiegel. Einfach Datum der zweiten Impfung und den verwendeten Impfstoff einstellen und schon sieht man, wie gut man ungefähr noch geschützt ist. Beachten Sie aber auch den ausführlichen Erklärtext unterhalb des Rechners.
  • Wie hoch ist die Inzidenz in Ihrer Region? Das können Sie zum einen auf hessenschau.de nachlesen, Sie können sich das aber auch für Ihre Postleitzahl auf Ihr Handy schicken lassen. Wie das funktioniert, können Sie auf tagesschau.de nachlesen.

Eins noch...

Ich schreibe diese Texte hier immer in einem anderen Programm vor, bevor ich sie dann in einen Newsletter umwandel und an Sie verschicke. Seit dieser Woche weiß ich: Ich sollte diese Rohfassungen gut aufheben, denn sowas kann mal wertvoll werden. Gut, der Corona-Newsletter ist vermutlich nicht vergleichbar mit diesem Papier hier und wird daher auch nie 11,6 Millionen Euro einbringen, aber vielleicht findet sich ja mal ein ganz harter Fan, der zumindest ein Bier dafür springen lässt. Man weiß ja nie.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Bleiben Sie gesund!
Ihr Sven-Oliver Schibat (freut sich, dass diesmal WIRKLICH ein Wochenende auf diesen Newsletter folgt - nicht wie bei der Ausgabe am vergangenen Montag)

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Redaktionsschluss: 26.11.2021, 9 Uhr