Stilisiertes Bild eines Corona-Virus mit der Beschriftung "Corona-Newsletter"

Liebe Nutzerinnen, liebe Nutzer,

gestern Abend hat Eintracht Frankfurt in der Europa League gegen Olympiakos Piräus gespielt und 3:1 gewonnen. Meine Kollegin Christiane Thorn schrieb mir aus dem Stadion: "Stadionpremiere nach einer gefühlten Ewigkeit: Ist ein bisschen so, als hätte zu Beginn der Pandemie jemand die Pausentaste gedrückt und jetzt wieder Play." Und ich finde, dieses Bild drückt sehr gut das Gefühl aus, das viele momentan für die verschiedensten Bereiche empfinden dürften. Durch die Impfstoffe und die 2G/3G-Regeln sind viele Dinge wieder möglich geworden, die in den vergangenen Monaten nicht so einfach oder gar nicht machbar waren. Es fühlt sich vieles wieder sehr viel normaler an.

Spahn will Corona-Ausnahmezustand beenden

So werden sicherlich einige dem Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in dieser Woche zugestimmt haben, den bundesweiten Corona-Ausnahmezustand im November auslaufen zu lassen. Bei Experten stieß er damit jedoch auf geteiltes Echo.

Während zum Beispiel der Präsident der Bundesärztekammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft diesen Vorschlag begrüßten, waren viele andere dagegen: Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) findet den Gedanken vor dem Winter viele Schutzmaßnahmen aufzugeben "nicht klug", die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie zeigte sich erstaunt über diesen Vorschlag und bezeichnete ihn als "kontraproduktives Signal an alle, die noch mit der Impfung zögern", die Deutsche Stiftung Patientenschutz wies darauf hin, dass "derzeit in den Krankenhäusern dreimal mehr an Covid erkrankte Menschen über 80 Jahren behandelt werden als im vergangenen Jahr" und auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich für eine Verlängerung der epidemischen Lage aus. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) plädiert derweil für eine Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes, damit die Länder weiterhin sogenannte Basismaßnahmen umsetzen könnten. Beispiele dafür: die Maskenpflicht und das Abstandsgebot.

Einen Lichtblick gab es immerhin vom Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens: Er geht davon aus, dass die meisten Corona-Einschränkungen Mitte des Jahres 2022 aufgehoben werden können.

RKI warnt vor steigenden Zahlen

Bis dahin haben wir aber noch einen Winter vor uns, auf den wir uns aktuell mit einer bundesweiten Inzidenz von 95,1 (Vortag: 85,6) zubewegen. In Hessen ging es von 65,7 auf 70,1 hoch. Zudem ist die Hospitalisierungsinzidenz gestern von 2,21 auf 2,35 gestiegen. Vollständig geimpft sind aktuell 65,21 Prozent der Menschen in Hessen. Christian Karagiannidis, Experte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), mahnte deswegen bei Twitter: "Die eigentliche 4. Welle hat jetzt begonnen und nimmt weiter Fahrt auf." Und das RKI wies darauf hin, dass es "erwartbar" sei, dass mit der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet würden - einfach weil sich wieder mehr Menschen mit dem Virus infizieren und die Chance, mit dem Virus in Berührung zu kommen, dadurch wieder steigt. Weiterhin gilt aber: Die Gefahr, im Falle einer Virusinfektion schwer zu erkranken, ist für Geimpfte viel geringer als für Ungeimpfte.

Es wäre also gut, wenn die Impfquote noch weiter steigen würde. Um hier weiter Gas zu geben, gibt es weiterhin in vielen Städten und Kreisen Sonderaktionen wie den "Impf-Express", der die nächsten zwei Wochen durch Frankfurt fährt oder die Impfungen im Jobcenter in Dietzenbach. Im Klinikum Fulda hat in dieser Woche ein neues Impfzentrum seine Pforten geöffnet, um die Hausärzte, die derzeit auch noch mit Grippeimpfungen zu tun haben, zu entlasten.

So läuft es bei den Booster-Impfungen

Neben den Erst- und Zweitimpfungen spielen auch die sogenannten Booster-Impfungen eine immer größere Rolle. Fast 92.000 Menschen in Hessen haben bislang so eine Auffrischung erhalten. Bundesweit waren es bisher etwa 1,35 Millionen Booster-Impfungen. Mit Blick auf den nachlassenden Impfschutz bei älteren Menschen könnten das aber zu wenig Booster-Impfungen sein - mahnen Experten.

Weihnachtsmärkte beginnen früher

Über Stadionbesuche bei der Eintracht (Ende Oktober sogar wieder mit 51.500 Zuschauerinnen und Zuschauern) habe ich schon geschrieben, es gibt aber noch viel mehr, was diesen Herbst wieder möglich ist. Zum Beispiel ein Besuch zu Halloween auf der Burg Frankenstein oder mal spontan in den Zoo in Frankfurt zu gehen. Oder Club-Besuche wie im "Nachtleben" in Frankfurt. Und natürlich ganz aktuell: die Buchmesse. Aber auch Weihnachtsmärkte werden in diesem Jahr wieder stattfinden können, zum Teil sogar deutlich länger als sonst oder auf einer größeren Fläche, wie zum Beispiel in Fulda.

Flughafen Frankfurt-Hahn ist pleite

Während der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Hessen auf einem "guten Weg" auf der Krise sieht und eine Mehrheit der hessischen Unternehmen die Geschäftslage als gut oder befriedigend bewertet, meldete der Flughafen Hahn, an dem das Land Hessen 17,5 Prozent der Anteile hält, Insolvenz an. Allerdings dürfte das nicht nur an Corona liegen - dem Flughafen ging es auch schon vorher nicht mehr so gut wie noch vor ein paar Jahren.

Und dann hätte ich noch kurz diese drei Meldungen für Sie:

  • Rund 750 Kinder in Hessen gehen nicht zur Schule, weil sie sich nicht auf Corona testen lassen. Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert, dass hier die Schulpflicht umgangen würde.
  • In Schwerin sind fast alle Patientinnen und Patienten auf einer Palliativstation mit dem Coronavirus infiziert. Man vermutet, dass eine ungeimpfte Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt hat.
  • Die Gründer des Mainzer Unternehmens Biontech, Özlem Türeci und Uğur Şahin, werden von der Philipps-Universität in Marburg für ihre Arbeit am Corona-Impfstoff mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Eins noch...

Eine Frage an die Verheirateten unter Ihnen: Wie sind Sie eigentlich zu Ihrer Hochzeit gekommen? Also mit welchem Verkehrsmittel, meine ich. Mit irgendeiner schicken Limousine, die extra angemietet wurde? Ganz romantisch mit einer Pferdekutsche? Oder vielleicht sogar mit dem Stadtbus? Doch ganz egal, mit welchem Gefährt Sie die letzten Meter bis zum Bund der Ehe zurückgelegt haben: Ich wette einen Kasten Apfelsaft, dass NIEMAND von Ihnen den Weg zum Altar so zurück gelegt hat wie dieses indische Ehepaar. Ich löse meinen Wetteinsatz übrigens nur gegen Vorlage von glaubwürdigen Beweisfotos ein.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Bis nächste Woche Freitag!
Ihr Sven-Oliver Schibat (hat sich dieses Video auf Twitter bestimmt schon zehn Mal angeschaut und findet es noch immer unfassbar lustig)

Redaktion: Christiane Thorn (hat die Corona-Stadionpremiere gestern sehr gefeiert)

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Redaktionsschluss: 22.10.2021, 9 Uhr