Ein Thermometer zeigt -21 Grad.

So kalt war es schon lange nicht mehr: In Hessen sind am Mittwoch die tiefsten Temperaturen seit 34 Jahren gemessen worden. Historische Minusrekorde wurden aber knapp verpasst.

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zum Video Niedrigste Temperaturen seit mehr als 30 Jahren

In Alsfeld ist die Kälte angekommen: Schnee und Eis sind zu sehen.
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Das nordhessische Sontra (Werra-Meißner) stand am Mittwochmorgen kurz davor, eine historische Tiefsttemperatur aufzustellen: Um 8 Uhr wurden dort laut hr-Meteorologen eisige -25,6 Grad gemessen. Während der Allzeit-Kälterekord von -28,3 Grad, der am 13. Januar 1963 in Hofgeismar (Kassel) aufgestellt wurde, damit um 2,7 Grad verpasst wurde, kratzte Sontra ganz nah an der Februar-Bestmarke. 1956 wurde in Lorch (Rheingau-Taunus) bei -26,3 Grad gezittert - 0,7 Grad weniger als nun in Sontra.

Geschichtsträchtig ist die vergangene Nacht aber trotzdem: Stolze 34 Jahre, nämlich im Jahr 1987, war es das letzte Mal so kalt in Hessen. Damals konnten -26,3 Grad in Burgwald (Waldeck-Frankenberg) gemessen werden.

Rekordjagd endet um kurz nach 8 Uhr

Bis zuletzt war zumindest der Februar-Rekord noch in Reichweite. Nachdem die Werte in Sontra zunächst zwischen 6 und 7 Uhr leicht anstiegen, schien die historische Marke vor Sonnenaufgang schließlich doch zu fallen. Zwischen 7 und 8 Uhr sank das Thermometer wieder. "Es wurde wieder etwas kälter", berichtete hr-Wetterexpertin Pila Bossmann, erteilte der Rekordjagd um kurz nach 8 Uhr aber letztlich eine Absage: "Der Kälterekord wurde verpasst."

Nicht rekordverdächtig, aber ebenfalls bitterkalt war es zudem in Fritzlar (Schwalm-Eder) bei -24,0 Grad. Platz drei auf der Kälteskala belegte Eschwege mit -23,5 Grad. Vergleichsweise frühlingshafte -11 Grad wurden dagegen in Frankfurt gemessen.

Es bleibt frostig

Eisig bleibt es auch in den kommenden Nächten. Während zum Donnerstag eine leichte Verschnaufpause bei maximal -17 Grad prognostiziert werden, zieht es danach nochmal an. "In den Nächten auf Freitag und Samstag geht es wieder Richtung -20 Grad - oder darunter", sagte Bossmann. In Sachen Kälterekord ist da das letzte Wort noch nicht gesprochen. Auch tagsüber herrscht hessenweit Dauerfrost.

Vorsicht ist damit weiterhin auf den Straßen geboten. Schnee und Eisglätte hatten viele Fahrer bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag auf der A4 in Osthessen gefangen gehalten, nachdem es dort durch Schnee, Glätte und querstehende Laster zu einem langen Stau gekommen war. Auch auf der A7 herrschte ein Verkehrschaos.

Nahverkehr in Kassel eingestellt

Wegen des Wintereinbruchs müssen sich Bahnpendler und andere Reisende in Hessen weiterhin auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Besonders betroffen ist dabei Kassel: Der viele Neuschnee hat den dortigen Hauptbahnhof in die Knie gezwungen, bis Mittwoch bleibt dieser gesperrt. Auch der komplette Nahverkehr ist in der Stadt mittlerweile eingestellt. Alle Busse, Straßenbahnen und RegioTrams könnten voraussichtlich erst am Freitag den Betrieb wieder aufnehmen.

Weitere Informationen

Hilfe für Wohnunslose bei Kälte und Schnee

Wer wohnunsglose Menschen sieht, die draußen übernachten müssen, sollte diejenigen ansprechen und fragen, ob sie Hilfe brauchen. In Frankfurt kann der Kältebus informiert werden unter der Nummer 069/431414 oder die städtische Hotline 069/212-70070 für soziale Notlagen, die rund um die Uhr besetzt ist. In Kassel ist die Einrichtung Panama erreichbar unter der Nummer 0561/ 7073830. Ansonsten kann die Polizei helfen unter der 110, in Notfällen die 112.

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