In Hessen fehlen 400 Bademeister

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessen Schwimmbädern fehlen 400 Bademeister

Zum Start der Freibadsaison schlägt der Landesverband Deutscher Schwimmmeister Alarm: In Hessen fehlen 400 Bademeister. Besonders angespannt ist die Lage in Frankfurt.

Personalmangel am Beckenrand: In Hessen fehlen nach Angaben des hessischen Landesverbandes Deutscher Schwimmmeister derzeit etwa 400 Bademeister. Die Situation sei "angespannt bis hoffnungslos", sagt Geschäftsführer Michael Schad. Gerade in der Freibadsaison müssten deshalb Rentner oder Rettungsschwimmer als Mini-Jobber einspringen.

Besonders angespannte Situation in Frankfurt

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Laut den Zahlen, die dem Innenministerium aktuell vorliegen, gibt es landesweit 378 Schwimmbäder. 220 davon sind Freibäder, 103 Hallenbäder, bei 33 handelt es sich um Kombi-Bäder und 22 der Einrichtungen sind Thermen.

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Besonders schwierig ist die Situation offenbar in Frankfurt. Der Personalbedarf sei im Sommer stets größer, weil sieben Freibäder zum Angebot hinzukämen, sagt Boris Zielinski, der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt.

Hessens größte Stadt sucht derzeit händeringend in Job-Portalen und auf der Homepage der Bäderbetriebe nach "Wasseraufsichtskräften für die Sommersaison 2019". Zu den Anforderungen gehören neben einem Rettungsschein in Silber der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs Belastbarkeit, Bereitschaft zum Schichtdienst und Verantwortungsbewusstsein. Die Suche nach Bademeistern sei ein "fortlaufendes Projekt", sagt Bäderbetriebe-Geschäftsführer Zielinski. "Wir müssen noch mehr rüberbringen, dass das ein spannender Job ist", betont er.

Wiesbaden steht dank Facebook gut da

In Wiesbaden sieht die Situation anders aus als in Frankfurt. Die Landeshauptstadt kann vergleichsweise entspannt in die Freibadsaison starten. Die Stadt hat zum ersten Mal mit einer Facebook-Kampagne vor Beginn der Freibadsaison Bademeister gesucht, mit Erfolg. Anders als in den vergangenen Jahren habe Wiesbaden in diesem Sommer ausreichend Saisonkräfte, sagt Thomas Baum, Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs "mattiaqua": "Wir sind gut aufgestellt", sagt er.

Landesverband fordert bessere Bezahlung

Der Landesverband der Schwimmmeister sieht grundlegende Probleme als Ursache für den Mangel an Bewerbern und Nachwuchskräften gerade im hauptberuflichen Bereich. Der Beruf müsse attraktiver und die Bezahlung besser werden. Die Arbeitszeiten seien beispielsweise wegen Überstunden und Schichtbetriebes nicht familienfreundlich.

Sendung: YOU FM, 05.05.2019, 12 Uhr