Die DRK-Kliniken in Kassel

Kann die Belegschaft nach monatelangem Zittern aufatmen? Nach langem Ringen haben sich die beiden Träger der DRK-Kliniken in Nordhessen auf einen gemeinsamen Weg in die Zukunft geeinigt. Jetzt soll ein neuer Investor ins Boot - hoffentlich.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ringen um die Zukunft der DRK-Kliniken Nordhessen geht in die nächste Runde.

DRK-Kliniken Nordhessen
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Für die DRK-Kliniken Nordhessen mit ihren Standorten in Kassel-Wehlheiden und Kaufungen (Kassel) stand in dieser Woche alles auf dem Spiel. Die finanziell angeschlagenen Krankenhäuser hatten von den Banken ein Ultimatum gestellt bekommen.

Bis Freitag sollten die beiden Träger, die DRK-Schwesternschaft Kassel und die DRK-Soziale Dienste und Einrichtungen Nordhessen (SDE), ein notariell beurkundetes Dokument vorlegen, aus dem hervorgeht, wie die Zukunft der Kliniken aussieht. Wenn nicht, können die Kredite Ende Juni nicht mehr verlängert werden. Das hatte bereits die HNA berichtet. Zwei mögliche Investoren seien noch im Rennen, wie die Vorsitzende der Schwesternschaft Claudia Nehrig bestätigt, man werde sich jetzt einigen, welcher letztendlich das Rennen mache.

Deadline für die Beteiligten

Drei Optionen waren denkbar: der Verkauf an einen strategischen Partner, die Zusammenarbeit mit einem Treuhänder oder der Schritt in die Insolvenz. Bisher waren sich Schwesternschaft und SDE nicht einig, welchen Weg sie gemeinsam gehen wollen.

Die SDE habe laut Vorstandsmitglied Horst Schween eine Treuhandlösung favorisiert. Für die Schwesternschaft komme nur die Suche nach einem strategischen Partner in Frage, so Nehrig. Entsprechende Angebote lägen bereits vor.

Vorschlag der Schwesternschaft angenommen

Die Schwesternschaft hat trotz der Differenzen mit der SDE ein Ziel. Man wolle die Traditionskliniken und die 1.100 Arbeitsplätze erhalten und mit guten medizinischen Konzepten die Zukunft sichern, erklärt Nehrig. Auch Schween betonte, es sei die bevorzugte Lösung, das Krankenhaus mit seinen Mitarbeitern zu erhalten. Allerdings sei man der Auffassung, dass das Angebot bisher nicht ausreichend für eine Prüfung gewesen sei, die man bei solch einem Unternehmenskauf vornehme.

Dennoch: Bereits am Dienstagnachmittag hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung der SDE ein positives Signal gesendet, bei der anschließenden schriftlichen Mitgliederbefragung wurde der Beschluss gefasst, sich an der Suche nach einem strategischen Partner zu beteiligen.

Die Banken müssen mitspielen

Man verlange jetzt "prüfbare Angebote" von der Schwesternschaft, so Schween, bisher habe diese keine Namen genannt und nur unvollständige Papiere vorgelegt. Doch diese sollen laut Nehrig der SDE bereits seit Mitte April vorliegen, zwei Bieter seien noch im Rennen.

Durch die Entscheidung der SDE könnten die Banken jetzt beruhigt worden sein und einen Aufschub gewähren. Karin Müller, Pressesprecherin der SDE, hofft auf eine schnelle Entscheidung: "Was der Weg jetzt bringt, wissen wir nicht. Die Bank muss mitspielen." Der Weg für die Belegschaft ist offenkundig: Er ist weiter ungewiss.

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Die DRK-Kliniken Nordhessen

In den DRK-Kliniken Nordhessen arbeiten 1.100 Menschen. Jährlich werden nach Angaben der Klinik 15.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, dazu kommen 50.000 Notfall- und ambulante Patienten. Neben unterschiedlichen Fachkliniken und Kompetenzzentren hat das Rote-Kreuz-Krankenhaus eine zentrale Notaufnahme. Auf dem Dach des Standorts Kassel-Wehlheiden ist der Rettungshubschrauber Christoph 7 stationiert, der für den gesamten nordhessischen Raum zuständig ist.

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