E-Busse
Die Busflotte in Wiesbaden soll komplett umgestellt werden. Bild © picture-alliance/dpa

Beim Umstieg auf E-Busse hat Wiesbaden eine wichtige Hürde genommen: Die Stadt erhält vom Bund 14,5 Millionen Euro, um sich Elektrobusse anzuschaffen - für saubere Luft und eine Vorreiterrolle in Deutschland.

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Batterie statt Diesel: Wiesbaden will bis 2022 die erste deutsche Großstadt sein, in der nur noch Elektro- und Brennstoffzellenbusse fahren. Diesem Ziel ist die Stadt nun einen entscheidenden Schritt näher gekommen: Sie erhält vom Umweltministerium in Berlin 14,5 Millionen Euro für die Anschaffung von 56 Elektrobussen. Das teilte die städtische Verkehrsgesellschaft ESWE am Freitag mit.

"Vor zwei Jahren wurde ESWE Verkehr für seine Vision noch belächelt – heute schaut man andernorts anerkennend bis neidvoll nach Wiesbaden. Es zahlt sich jetzt aus, dass Wiesbaden so früh die Weichen gestellt hat", sagte Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne).

Verkehrsdezernent Kowol: "Ein Meilenstein"

Mit der Einführung der ersten E-Busse würden die ältesten Dieselbusse ausgemustert, dadurch ergebe sich eine hohe Stickoxidminderung. Kowol sprach von einem "Meilenstein", um ein Dieselfahrverbot für Wiesbaden abzuwenden. Auch Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) lobte das Projekt: "Wir freuen uns, dass in 2019 die ersten Elektrobusse durch die hessische Landeshauptstadt rollen werden."

Eigentlich sollte der erste E-Bus, ein Prototyp, längst fahren. Aber die Vergabe der Ausschreibung verzögerte sich ebenso wie die Förderzusagen des Bundes. Insgesamt soll die komplette Busflotte in den kommenden vier Jahren auf 211 E-Busse umgestellt werden.

Dieselfahrverbot droht auch in Wiesbaden

In Wiesbaden droht wie in anderen hessischen Städten ein Dieselfahrverbot, weil die Grenzwerte für Luftschadstoffe nicht eingehalten werden. Eine Entscheidung dazu vor dem Verwaltungsgericht wird am 19. Dezember erwartet. Die Stadt versucht, mit mehreren Maßnahmen gegenzusteuern und so ein Verbot zu verhindern. Dazu zählen E-Busse, mehr Park&Ride-Flächen und bessere Radwege.

Weitere Informationen

Drohende Dieselfahrverbote

Infos zu den drohenden Dieselfahrverboten in Hessen.

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Welcher E-Bus-Hersteller das Rennen macht, ist noch nicht bekannt. Der Strombedarf wird so groß sein, dass der Versorger ESWE für den Busbetriebshof extra ein Umspannwerk bauen muss. Der Bau sowie die Umstellung der gesamten Busflotte kostet mehr als 200 Millionen Euro. Ein kleiner Teil des Geldes kommt aus Fördermitteln, den Rest bezahlt die Stadt.

Erste E-Bus-Linie in Frankfurt

In Frankfurt nimmt derweil am Wochenende die erste E-Bus-Linie ihren Betrieb auf. Die Linie 75 verbindet die Uni-Standorte Bockenheim und Campus Westend. Für die fünf E-Busse und die Ladestation im Betriebshof hat die Betreibergesellschaft 1,9 Millionen Euro investiert.