Boeing 767 von Condor an einer Fluggastbruecke am Flughafen Frankfurt

Die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook kostet etwa 150 Flugbegleitern der Fluggesellschaft Condor den Job. Bei Eurowings droht angesichts eines Sparkurses ein noch größerer Kahlschlag.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stellenstreichungen bei Condor und Eurowings

Condor-Flugbegleiterin bei der Arbeit
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Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings und dem Ferienflieger Condor mit Sitz in Gateway Gardens stehen größere Stellenstreichungen bevor. Die zum insolventen Reiseveranstalter Thomas Cook gehörende Fluggesellschaft Condor will sich von etwa 150 der insgesamt etwa 2.500 Flugbegleiter trennen, wie aus einem Mitarbeiterbrief der Gewerkschaft Verdi hervorgeht.

In der Verwaltung müssen bereits 170 Mitarbeiter gehen. Bei Eurowings, die in den roten Zahlen steckt, dürfte allein in der Verwaltung eine dreistellige Zahl von Stellen auf der Streichliste stehen.

Condor hält sich derzeit mit einem staatlichen Überbrückungskredit in der Luft und sucht nach einem neuen Eigentümer. Airline-Chef Ralf Teckentrup will die Gewinnaussichten des Ferienfliegers mit Kostensenkungen in die Höhe treiben, um Käufer von der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu überzeugen. Verdi zufolge soll das Weihnachtsgeld der Kabinenbeschäftigten künftig von der Gewinnentwicklung der Airline abhängig gemacht werden.

Eurowings muss an allen Fronten Kosten senken

Ein Condor-Sprecher wollte die zunächst von Spiegel Online verbreiteten Informationen der Gewerkschaftsseite nicht kommentieren. Die Flugbegleiter werden außer von Verdi auch von der Gewerkschaft Ufo vertreten. Noch scheint offen, welche Gewerkschaft die Mehrheit im Unternehmen hat und damit den Sanierungstarifvertrag gestaltet.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings versucht mit einem Sparprogramm bis 2021 die Gewinnzone zu erreichen. Allein in der Verwaltung sollen die Kosten mindestens um 30 Prozent sinken, teilte ein Sprecher mit. Dazu zählten neben Sachkosten auch die Personalkosten. Daher dürften dort auch eine Reihe von Jobs wegfallen. Eine Zahl wollte der Sprecher nicht nennen. Zuvor hatte die Fachzeitschrift "fvw" von den Streichungen berichtet.

Sendung: hr-iNFO, 20.12.2019, 17.00 Uhr