Audio

Audioseite Fraport schreibt wieder schwarze Zahlen

Passagiere warten auf dem Flughafen Frankfurt/Main. (dpa)

Die Lust auf Strand und Co. treibt die Menschen wieder an den Frankfurter Flughafen. Im Juni und Juli verbucht Betreiber Fraport deutlich steigende Passagierzahlen – und auch wirtschaftlich geht es langsam aufwärts.

Die Lust aufs Fliegen steigt im zweiten Corona-Sommer wieder spürbar an. Wie der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport am Dienstag mitteilte, entwickelten sich die Verkehrszahlen im zweiten Quartal deutlich positiv.

Im Juni erholten sich die Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt demnach mit einem Plus von fast 200 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf rund 1,8 Millionen Fluggäste. Diese Entwicklung setzte sich nach vorläufigen Zahlen auch im Juli fort und erreichte einen Zuwachs von rund 116 Prozent auf etwa 2,8 Millionen Passagiere.

Verhaltene Prognose fürs Gesamtjahr

"Operativ stellt uns der deutliche Anstieg der Passagierzahlen in Frankfurt vor Herausforderungen, weil sich die Verkehre stark auf einzelne Tagesspitzen konzentrieren", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Zudem sorgten die Corona-Maßnahmen in den Terminals und am Flieger für einen deutlich höheren Aufwand.

An Spitzentagen werde bereits rund 50 Prozent des Aufkommens aus dem Rekordjahr 2019 erreicht, berichtete der Betreiber. Seit dem 1. Juni ist deshalb auch das zuvor mangels Auslastung geschlossene Terminal 2 wieder in Betrieb. Die Prognosen für das Gesamtjahr bleiben dennoch verhalten; knapp 20 bis maximal 25 Millionen Fluggäste werden bis Jahresende erwartet. 2019 waren über 70 Millionen Passagiere in Frankfurt abgefertigt worden. 2020 waren es coronabedingt noch 18,8 Millionen.

Zurück in der Gewinnzone

Wirtschaftlich geht es bei Fraport ebenfalls langsam voran. Im zweiten Quartal sprang der Umsatz des Konzerns im Vergleich zu dem vom ersten Lockdown geprägten Vorjahreszeitraum um über 70 Prozent auf rund 426 Millionen Euro nach oben. Auch dank der Ausgleichszahlung des Bundes und des Landes Hessen für die Aufrechterhaltung des Betriebs in der Corona-Krise ein Jahr zuvor kehrte Fraport vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun mit 295 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Minus von rund 107 Millionen Euro gestanden.

Trotz der Gewinne hat die Fraport angekündigt, ihre Flughafengebühren zu erhöhen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen die Gebühren bereits im kommenden Jahr um 4,3 Prozent steigen. Diese Erhöhung sei bereits beantragt. In den Folgejahren sollen ebenfalls zwischen vier und sechs Prozent jährliche Steigerung hinzukommen.

Trotz Gewinne: Flughafengebühren steigen

"Wir haben schon in den vergangenen Quartalen angekündigt, dass wir in Reaktion auf die furchtbaren Covid-Auswirkungen etwas auf der Gebührenseite tun müssen", sagte Fraport-Finanzchef Matthias Zieschang. Mit einer Erholung der Passagierzahlen am größten deutschen Flughafen auf das Vorkrisenniveau von 70 Millionen im Jahr rechne Fraport erst 2025 oder 2026, ergänzte Zieschang.

Flughafengebühren müssen von den Airlines bezahlt werden, die an einem Flughafen starten und landen möchten. Auf Flugtickets sind diese Kostenpunkte auch aufgeführt. Lufthansa, der größte Fraport-Kunde, würde laut Zieschang die Erhöhung akzeptieren.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen